Kep liegt nicht weit von der vietnamesischen Grenze und war unser erster Stopp in Kambodscha. Die Anreise nach Kep war lang, unbequem und ein richtig tolles, lustiges Abenteuer.

Vorbereitungen für die Anreise nach Kep

Es war kurz vor Silvester und wir dachten über unsere weitere Route nach. Sollen wir noch weiter durch Vietnam ziehen oder ein neues Land erkunden? Der Norden von Vietnam hätte uns gereizt, aber da war es uns definitiv zu kalt. Mal abgesehen von der Jahreszeit fegte ein Tropensturm nach dem anderen über die Küste und sorgte für zusätzliche Abkühlung. Und so war Kambodscha unsere erste Wahl – First Stopp Kep.

Die Anreise nach Kep buchten wir auf Empfehlung

Von Rob in Joe’s Beach Bar und Jerry’s Jungle Tours haben wir auf Phu Quoc den Tipp bekommen, unsere Anreise nach Kep bei Tropical Sea Travel zu buchen. Aber nicht, ohne uns eine kleine Warnung mit auf den Weg zu geben. In seinem neuseeländischen Akzent fügte Jerry hinzu „it’s rough and gritty – but it works“. Na denn…

Das Office von Tropical Sea Travel liegt in Duong Dong Also schnallten wir unsere Flipflops an und machten uns auf den Weg. 3.5 Kilometer galt es zu bewältigen, bei tropischer Hitze auf dem Asphalt. Jaja, wir hätten natürlich auch anrufen können. Aber da wir sowieso noch Fotos fürs Visa brauchten, liess sich das gleich verbinden.

Nachdem wir (mal wieder) dreimal daran vorbeigelaufen sind, fanden wir das Office dann doch noch. Die Buchung verlief reibungslos, zum Glück hatten wir in letzter Sekunde noch daran gedacht, unsere Pässe einzupacken. Die brauchten wir in Vietnam nämlich für jede Fährüberfahrt…

Visafotos organisieren gestaltete sich schon schwieriger

Anreise Kep - Visa Foto

In diesem Shop wurden wir schliesslich fündig

Nun fehlten nur noch die Fotos. Zwar hatten wir von der Dame im von Tropical Sea Travel eine grobe Wegbeschreibung erhalten, aber wie es um unsere Orientierung steht, haben wir ja schon mehrfach in den Videos bewiesen…

Wir gingen also einmal rund um den Phu Quoc Night Market – und wurden nicht fündig. Dann wohl die andere Richtung… Und siehe da, ein Visa Photo Shop. Wir zogen die Schuhe aus und rein in den Laden.

Im ersten Moment schien der Laden leer – aber nein, die Dame ruhte sich gerade auf dem kühlen Boden aus. Eine durchaus gemütliche Angewohnheit hier in Südostasien… Auf unsere Frage nach Visafotos winkte sie nur ab. Ähm – also nochmals gefragt. Diesmal verneinte sie mit Nachdruck.

Da wir nicht wussten, wie lange sie noch schlafen möchte, suchten wir einfach weiter. Einen Kilometer weiter fanden wir den nächsten Shop. Und hier schlief auch niemand – perfekt.

Zwei Fotos, eine halbe Stunde Fotobearbeitung und 60’000 VND (2.40 Euro / 2.70 CHF) pro Person später hatten wir unsere Fotos. Nach über zehn Kilometern Fussmarsch und einigen Litern Wasser hatten wir die uns wirklich verdient…

Tschüss Phu Quoc und Anreise nach Kep

Morgens halb sieben auf Phu Quoc. Nach einem wirklich coolen letzten Abend in Joe’s Beach Bar fiel uns das Aufstehen sichtlich schwer. Mit halb geschlossenen Augen packten wir die restlichen Dinge in unsere Backpacks und schnallten diese auf.

Anreise nach Kep Teil 1 – von Phu Quoc nach Ha Tien

Pickup-time: 7:00 Uhr – um 7:30 Uhr standen wir noch immer schlaftrunken an der Hauptstrasse und warteten auf den Bus. Da die Fähre um 8:00 Uhr ablegt, stellten wir uns bereits darauf ein, nochmals ins gewohnte Bett zu fallen, einige Stunden zu schlafen und ein paar Tage länger auf der Insel zu bleiben.

Doch dann kam der Bus, einer hatte verpennt… Der Busfahrer drückte aufs Gaspedal und genau fünf Minuten vor Ablegen der Fähre waren wir am Pier. Die Überfahrt mit der Superdong Speedferry war dann – im Vergleich zum letzten Mal bei Sturm – sehr angenehm. Und so nutzten wir die Stunde für eine Mütze Schlaf…

Anreise nach Kep Teil 2 – von Ha Tien nach Kep

In Ha Tien holte uns das Traveloffice am Pier ab. Das dauerte zwar rund eine halbe Stunde, aber es klappte. Teil eins also erfüllt. Im Office in Ha Tien gaben wir gleich unsere Pässe, Fotos, 35 US-Dollar pro Person und Impfausweise ab. Das mit den Impfausweisen war uns zwar nicht ganz klar, aber auch total egal. Übrigens waren wir fast die einzigen mit vollständigen Dokumenten – für alle anderen fielen jeweils zwei Dollar extra an für fehlende Fotos oder Impfausweise…

Gut gespart – und gleich wieder ausgegeben. Denn langsam kündigte sich Hunger an – wir hatten vor der Abfahrt weder Kaffee noch Frühstück. Also erstmal einen kleinen Stopp bei der Oasis-Bar* eingelegt. Die kannten wir noch von unserem Aufenthalt in Ha Tien.

Anreise Kep - Ha Tien Border

Tschüss Vietnam – unsere letzten Schritte in Vietnam

Gestärkt ging es zurück zum Office und ab in den klapprigen Minibus. Und wie von Jerry versprochen, wurde es kuschlig. Alle rückten zusammen und wir teilten uns den Notsitz. Sind ja nur sieben Kilometer bis zur Grenze, erwiderte die Besitzerin des Traveloffice den ersten meckernden Travellern, dass zu wenig Plätze vorhanden seien. Recht hatte sie – wir waren zügig an der Grenze.

Und da blieben wir dann auch eine Weile – nämlich über drei Stunden. Ein Reisender wollte von Kambodscha nach Vietnam – aber Vietnam wollte ihm kein Visum geben. Also wartete unsere Gruppe, bis er wieder nach Kambodscha zurückdurfte und mitfahren konnte. In der Zwischenzeit lernten wir Max, Chris und Niko kennen und die Zeit verging wie im Flug.

Mit dem Papierkram an der Grenze hatten wir nichts zu tun. Eine Mitarbeiterin des Touroffices begleitete uns zur Grenze und erledigte die gesamte Bürokratie für uns – was für ein Service.

Auf der kambodschanischen Seite angekommen, erhielten wir unsere Pässe mit dem 30-tägigen Visum für Kambodscha zurück. Dann stiegen wir in einen quietschgelben Reisebus. Die zweite Gruppe, die eine Stunde nach uns in Richtung Grenze losfuhr, hatte uns in der Zwischenzeit eingeholt. Also durften wir uns den Bus teilen – überflüssig zu erwähnen, dass zu wenig Plätze vorhanden waren, oder?

Einige waren schon ziemlich angesäuert, aber am schlimmsten traf es wohl den Busfahrer. Denn er fand beim besten Willen keinen Platz mehr für das Gepäck und verbrachte eine Stunde damit, laut fluchend Rucksäcke von A nach B zu tragen.

Uns wurde so langsam etwas warm, denn der überfüllte Bus stand an der prallen Sonne, eine Klimaanlage gab es nicht. Aussteigen war auch keine Lösung, denn der Zwischengang wurde bereits als Gepäckablage und Sitzfläche zweckentfremdet. Uns unser Wasservorrat ging zur Neige…

Aber dann – wir fuhren los. Mit geöffneten Fenstern ging es durch die wunderschöne Landschaft von Kambodscha – und über diverse Schlaglöcher. Bei jedem, das wir erwischten, bewegten sich die Sitzreihe nach vorne und der Bus ächzte unter der Last. Wann sich wohl die Gepäckklappe öffnet und wir die Hälfte verlieren?

Dann sahen wir die Krabbenstatue – wir waren in Kep. Wir waren fast die einzigen, die in hier aussteigen mussten – und sassen in der hintersten Reihe. Toll gemacht, was? Also musste erstmal die Hälfte der Passagiere aussteigen, damit wir überhaupt aus dem Bus kamen und unser Gepäck zusammensuchen konnten…

Alternative Möglichkeiten für die Anreise nach Kep

Falls Du Lust auf Gruppenkuscheln hast, können wir Dir unsere Anreise nach Kep unbedingt weiterempfehlen. Falls nicht, musst Du Dich nach Alternativen umsehen.

Es gibt unzählige Anbieter, die diese Strecke im Angebot haben. Ob es sich dann massgeblich von unseren Erfahrungen abhebt, können wir nicht beurteilen.

Oder Du fliegst nach Phnom Penh oder Sihanoukville und reist von da mit dem Bus nach Kep. Günstige Flüge findest Du am einfachsten über Momondo*. Giant Ibis soll wohl die besten Busse haben… Wir konnten uns bis jetzt noch nicht davon überzeugen, aber bestimmt kommen wir noch in den Genuss und können Dir dann ein entsprechendes Update geben.

Impressionen von unserer Anreise nach Kep

 

Wie versprochen, wurde die Anreise nach Kep „rough and gritty“, wir wussten also, was auf uns zukommt und nahmen es gelassen. Es war weder komfortabel noch mit zehn Stunden besonders schnell. Aber es war mit 16 USD richtig günstig und ein spannendes Abenteuer. Und das wichtigste an allem – it worked! Wir haben coole Leute kennengelernt und viel gelacht. Und auch ein paar Tage später sprechen und lachen wir noch darüber…

Dennoch wollten wir nicht mit denjenigen tauschen, die weitere drei bis vier Stunden Fahrt vor sich hatten…

 

Wie gehst Du mit solchen Situationen um? Regst Du Dich auf oder nimmst Du es auch gelassen? Hast Du vielleicht eine ähnlich abenteuerlich-lustige Anreise hinter Dir? Oder kennst Du einen anderen Touranbieter, der mehr Komfort bietet? Dann poste es in den Kommentaren…