Für unsere Weltreise haben wir unsere Wohnung aufgelöst und den gesamten Haushalt verkauft – und damit unsere Weltreisekasse nicht unerheblich aufgestockt. Aber auch wenn Du Deine Wohnung nicht komplett auflöst, lohnt sich das ausmisten. Hier folgen nun all unsere Tipps und Erfahrungen aus eineinhalb Jahren Haushaltsauflösung – Trödeltrupp ahoi…

Eigentlich dachten wir, wir hätten gar nicht so viel Zeug. Aber als wir für jedes Teil, das im Keller, im Kleiderschrank oder sonst wo in der Wohnung lag, ein Inserat erstellen mussten, revidierten wir die Aussage… Aber kleiner Spoiler vorab – es hat sich definitiv gelohnt. Wieviel dabei genau rumgekommen ist – das Geheimnis lüften wir hier in diesem Weltreise-Blogartikel.

Sei mal ehrlich – wie viele Dinge hast Du, die Du eigentlich nicht brauchst? Wir haben uns die Frage auch mal gestellt und mal im Keller und in den Schränken gestöbert. Da lag so einiges, was wir seit Jahren nicht mehr benutzt haben. Geht es Dir auch so? dann bist Du hier genau richtig – jetzt wird ausgemistet.

Wir sagen Dir, wie viele Artikel wir verkauft haben, wo es für uns am besten lief und geben Dir Tipps, wie Du Deine Dinge am besten verkaufst. Schliesslich soll so viel Geld wie möglich in Deine Weltreise-Kasse gespült werden…

Unsere Vorbereitung für den Verkauf und wann Du was verkaufen solltest

Haushalt verkaufen Weltreise - Umzug

Der Umzug in die günstigere Wohnung war der perfekte Zeitpunkt, um mit den Verkäufen zu beginnen

Erstmal war Bestandsaufnahme angesagt. Wir verschafften wir uns einen Überblick, was so alles bei uns rumstand.

Um die Kohle für unsere Weltreise noch schneller zusammenzubekommen, tauschten wir unsere schicke Wohnung gegen eine sanierungsbedürftige Bude. Das war rund ein Jahr vor unserem Weltreise-Start.

Der perfekte Moment für unsere Bestandsaufnahme. Denn wir mussten ja sowieso alles in Umzugskisten packen.

Dinge, die wir nicht zwingend brauchten, sollten direkt verkauft werden und kamen in separate Kisten. Die wenigen nötigen Dinge sollten erst einige Monate vor dem Weltreise-Start einen neuen Besitzer finden.

 

Organisation ist alles – unsere verschiedenen «Verkaufen-Stapel»

In der neuen Wohnung angekommen, richteten wir uns ein ganzes „Verkaufs-Zimmer“ ein. So hatten wir eine klare Trennung zwischen Verkaufs- und Alltagsdingen. Und wir waren ganz schön beeindruckt, wie viele Kisten sich da stapelten…

Und dann begann die Arbeit – Fotos von den Artikeln schiessen, Beschreibungen machen, Preise festlegen und alles auf die verschiedenen Verkaufsportale stellen. Das dauerte Monate…

Deswegen gab es schon mal zwei Stapel:

  • einer mit bereits inserierten Artikeln
  • einer mit solchen, die noch auf ihr Fotoshooting warteten

Und die noch nicht inserierten Artikel teilten wir gleich nochmals in drei Stapel:

  • Prio 1 – alles was teuer und schwer zu verkaufen ist
  • Prio 2 – alles was nicht in Prio 3 gehört
  • Prio 3 – Kleinkram, für den wir nur wenige Euros verlangen konnten

Gerade teure Artikel – ganz besonders Technik – ist eher schwierig an den Mann zu bringen. Denn wer mehrere hundert Franken für etwas ausgibt, überlegt sich zweimal, ob er nicht lieber noch etwas länger spart und dafür einen nagelneuen Artikel mit Garantieleistung kauft…

Aber genau diese Artikel mästeten unser Weltreise-Sparschwein…

Ebenfalls schwierig sind sehr spezielle Artikel wie zum Beispiel eine Tauchausrüstung – da musst Du erst einen Taucher finden, der gerade eine gebrauchte Ausrüstung sucht und dann sollte auch die Grösse noch passen…

Deswegen haben wir uns erst auf die teuren und speziellen Artikel konzentriert. Nach und nach arbeiteten wir uns zu Artikeln mit weniger Wert vor und stellten zum Schluss den Kleinkram für einen Euro auf die Verkaufsportale.

Wo wir unsere Sachen verkauft haben – Vor- und Nachteile der einzelnen Kanäle

Haushalt verkaufen Weltreise - Verkaufsportale

Dass Du Inserate schreiben musst ist klar – aber wo nur anfangen? Welche Portale sind die besten?

Wir haben mal kurz unsere Köpfe zusammengestreckt – und über zehn Möglichkeiten gefunden. Und ganz nach dem Motto «viel hilft viel» – nutze so viele Kanäle wie möglich. Denn hast Du Fotos und den Anzeigentext mal zusammen, brauchst Du ihn meist nur noch zu kopieren…

Jeder Kanal hat seine Vor- und Nachteile. Und je nach Artikel bieten sich die einen Kanäle mehr an als die anderen. Hier mal ein kleiner Einblick in unsere Köpfe…

Noch ein kleiner Hinweis am Rande: falls Deine Weltreise Pläne noch nicht kommuniziert sind und Deine Freunde oder Dein Arbeitgeber noch nichts davon wissen, können Dich die Inserate auf Kleinanzeigenportalen und besonders auf Facebook verraten…

 

Kleinanzeigenportale – kostenlos und lange gültig

Unsere erste Wahl fiel auf Kleinanzeigenportale. Da wir aus der Schweiz sind, waren das hauptsächlich nibis.ch und Tutti.ch. Der grosse Vorteil an diesen Portalen – sie sind kostenlos. Und wir konnten die Inserate nach einem Monat auf Knopfdruck verlängern – das reduziert den Aufwand, denn davon hatten wir genug…

Auf den Kleinanzeigenportalen haben wir wirklich jeden Artikel inseriert. Oftmals haben wir die Kleinanzeigen-Inserate dann mit einer oder mehreren weiteren Verkaufsmöglichkeiten kombiniert.

Auktions-Portale – schnell, spannend, teuer

An Auktionsportale wie Ebay oder Ricardo.ch mochten wir, dass sich die Artikel schnell verkaufen liessen und wir uns nicht ewig über den Verkaufspreis den Kopf zerbrechen mussten. Einfach den Mindestpreis eingegeben und abgewartet, was der Markt so hergibt…

Ganz billig war der Spass jedoch nicht. Die erste Gebühr für die Veröffentlichung des Inserats war abhängig vom Startpreis, die zweite Gebühr vom Verkaufspreis – da kommt ganz schön was zusammen…

Aus diesem Grund haben wir die Auktionsportale nur verwendet, um in den letzten Monaten die Restposten für einen Euro loszuwerden. Dennoch beliefen sich die Gebühren auf 105 CHF / 95 Euro – das waren rund 13 Prozent unserer Einnahmen.

Aber ja, die Spannung kurz vor Ende der Auktion ist cool…

Verkaufsgruppen auf Facebook – nach wenigen Tagen tote Hose

Ebenfalls kostenlos sind die unzähligen Verkaufsgruppen auf Facebook. Meist sind diese regional und die Interessenten können den Artikel persönlich abholen. Das war besonders hilfreich bei Artikeln wie zum Beispiel Büchern, bei denen sich das Porto nicht lohnte.

Der Nachteil ist jedoch, dass die Laufzeit nur sehr kurz ist. Bereits nach ein bis zwei Tagen war der Artikel in der Facebook-Timeline so weit nach unten gerutscht, dass ihn keiner mehr sah.

Also ein grosser Aufwand für eine kurze Chance. In den meisten Gruppen war es jedoch erlaubt, ihn nach sieben Tagen mit einem Kommentar wieder nach oben zu bugsieren. Macht man das öfters, kommt es aber auch seltsam rüber…

Themenrelevante Foren und Facebook-Gruppen – für spezielle Artikel

Gerade für spezielle Dinge wie die Unterwasser-Fotoausrüstung, Tauchausrüstung und Motorrad-Bekleidung haben wir uns themenrelevante Foren und Facebook-Gruppen ausgesucht.

Fahrzeugportale- für Fahrzeuge (klar, oder?)

Fahrzeuge lassen sich nun mal am besten auf Fahrzeugportalen verkaufen. Und so haben wir für das Auto und die Motorräder kostenpflichtige Inserate erstellt. Und die waren mit rund 110 CHF / 100 Euro pro Fahrzeug richtig teuer…

Aber unser Auto war erst knapp zwei Jahre alt und der Verkaufspreis entsprechend hoch. Auf den Kleinanzeigenportalen hatten wir einfach keinen Erfolg damit…

Privatverkauf – Familie, Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn und Bekannte fragen

Fragen kostet nichts – und so haben wir unsere Familien und Freunde gefragt, ob sie irgendwas benötigen.

Und auch wenn die Bekannten nichts benötigen, vielleicht kennt jemand jemanden, der einen Cousin hat, der wiederum eine Freundin hat deren Mutter was braucht…

Und wir hatten damit ziemlich viel Erfolg – die Motorräder kurven nun mit Freunden durch die Berge, der Grill brät die Würste von anderen Freunden, unsere Echsen sind mitsamt dem Terrarium ebenfalls zu Freunden gezogen und Ron’s Motorrad-Ausrüstung hat unseren ehemaligen Nachbarn vor schlimmeren Verletzungen bewahrt.

Und wenn wir ehrlich sind, gerade geliebte Dinge wie Tiere gibt man lieber an Freunde ab als an fremde Personen…

Weitere Möglichkeiten, die wir nicht genutzt haben

Natürlich gibt es noch so viele weitere Möglichkeiten, wie zum Beispiel

  • Pinnwände in Supermärkten, Vereinen und anderen Institutionen
  • einen „zu-verkaufen“-Zettel an der Autoscheibe
  • Firmen und Vereine per E-Mail anfragen, wie zum Beispiel eine Tauchschule für Tauchausrüstung, Sportvereine oder ähnliches
  • In Secondhand-Shops und Büchereien anfragen, ob sie einige Artikel ankaufen möchten
  • Flohmärkte besuchen

Der letzte Punkt stand eigentlich auch auf unserer Liste. Wir wollten einen Flomarktstand mit einem riesigen wir-gehen-auf-Weltreise-alles-muss-weg-Schild. Aber mal wieder kam alles anders…

Ron ist derjenige mit dem Verkaufstalent – und arbeitet in einem Elektrofachmarkt. Und das natürlich auch samstags, wenn die Flohmärkte stattfinden. Daher wählten wir einen Flohmarkt-Termin im Juni. Denn im Juni 2017 hatten wir unseren letzten Urlaub, der einzig und allein für die Weltreise Planung vorgesehen war.

Das wäre drei Monate vor Weltreisestart gewesen. Aber dann hatten wir schon so viel verkauft., es waren nur noch günstige Restposten und einige spezielle Artikel übrig…

Für die Miete des Flohmarkt-Platz und den nötigen Lieferwagen hätten wir rund 100 CHF (90 Euro) ausgegeben. Und wir glaubten nicht, dass wir so viel mehr hätten rausholen können mit den Restposten…

Also verzichteten wir auf den Zusatzaufwand und nutzten die freigewordene Zeit für die Weltreise Planung.

Tipps vom Verkaufsprofi, damit Du so schnell wie möglich alles loswirst und einen guten Preis erzielst

Mal abgesehen davon, dass Ron ein ausgewiesenes Verkaufstalent ist, haben wir auch noch einige Erfahrungen zum Online-Verkauf sammeln können. Wir teilen all unsere Tipps mit Dir – hier kommen sie – Vorhang auf.

So erstellst Du gute Inserate

  • Dinge verkaufen Weltreise - Verkaufstipps

    All unsere Verkaufstipps – damit wird das Inserat ein Erfolg…

    Mache von jedem Artikel Fotos. Zeige den Artikel von verschiedenen Seiten, den Zustand und allfällige Besonderheiten

  • Beschreibe den Artikel so genau wie möglich, erwähne wenn sinnvoll Modell, Alter, Grösse, Gewicht, Material, Farbe, Vorteile, Besonderheiten und beschreibe den Zustand so genau wie möglich – das erspart Dir einen Haufen Anfragen per E-Mail.
  • Erwähne auch, ob der Artikel versendet werden kann und was das kostet.
  • Nutze mehrere Portale und Verkaufskanäle gleichzeitig
  • Wenn ein Artikel über mehrere Monate nicht verkauft wurde, lösche das Inserat und erstelle es neu (natürlich nicht, ohne vorher Titel, Beschreibung, Preis und Fotos zu sichern). Denn das Inserat rutscht in den Suchergebnissen des Portals immer weiter nach unten und keiner glaubt, dass der Artikel noch verfügbar ist.
  • Achte beim Ende einer Auktion auf den Wochentag und die Zeit. Wenn Deine Auktion am Mittwoch um 3.00 Uhr in der Früh endet, schläft die ganze Welt und bietet nicht nochmals auf Deinen Artikel. Endet sie aber abends um 8.00 Uhr oder am Sonntagmorgen, stehen die Chancen gut, dass der Preis in den letzten Minuten nochmals steigt…

Preisgestaltung – so legst Du Deine Preise fest

  • First of all – kommuniziere immer klar, dass die Versandkosten separat anfallen und weise diese bereits in der Beschreibung aus.
  • Suche den aktuellen Neupreis im Internet. Besonders bei Technik kann dieser um einiges tiefer liegen als damals, als Du den Artikel gekauft hast.
  • Sieh Dir an, für welchen Preis andere den gleichen Artikel verkaufen. Ist Deiner in schlechterem oder gleichem Zustand, wirst Du ihn nicht verkaufen, wenn Du den Preis höher ansetzt.
  • Überprüfe Deine Statistiken und Preise regelmässig. Wird Dein Artikel oft angesehen, aber Du erhältst keine Anfragen, ist der Preis vermutlich zu hoch.
  • Wenn es langsam ernst wird und der Weltreise-Start immer näher rückt, setze die Preise herunter, um doch noch einiges zu verkaufen. Am Ende des Tages ist es besser, einen Euro für einen Artikel zu erhalten, als ihn wegzuschmeissen.
  • Ebenfalls eine gute Alternative, um noch die letzten Artikel loszuwerden, sind Auktionsplattformen. Stelle Deine Restposten für einen Euro auf die Plattform und warte, was passiert… Kleinvieh macht auch Mist.
  • Behalte Deine Gebühren im Auge – das gilt besonders bei Auktionsplattformen. Nicht dass Du zum Schluss für die immer wieder aktivierten Inserate mehr Gebühren zahlst, als Du einnimmst…

Verkaufe mehr mit weniger Aufwand

  • Erstelle Pakete und Sets – so verkaufst Du viele Artikel mit geringem Aufwand. Und so geht auch der eine oder andere Artikel weg, der alleine nicht interessant gewesen wäre. Wir haben beispielsweise Kleiderpakete, Küchenutensilien-Pakete oder Werkzeugsets zusammengestellt – und die stiessen auf reges Interesse… – Und es kostet bei Auktionen weniger Einstellgebühren…
  • Sei nicht scheu und mache Zusatzverkäufe. Interessiert sich jemand für ein Buch dann sag, dass Du noch weitere von diesem Autor zu verkaufen hast. Möchte jemand einen Tauchanzug kaufen, braucht er vielleicht auch noch Flossen…

Und soviel haben wir eingenommen – die Reisekasse lacht

Nun aber ans Eingemachte. Wieviel haben wir mit unseren Verkäufen eingenommen und welche Artikel waren aussergewöhnlich?

Noch kurz was für die Zahlennerds unter Euch: Insgesamt haben wir 644 Artikel verkauft und damit 9’146 CHF (8’300 Euro) eingenommen. Nur durch den Verkauf all der Dinge, die bei uns herumlagen. Ist das nicht Wahnsinn? Der teuerste Artikel wechselte für 1’000 CHF (900 Euro) den Besitzer, der günstigste für 0.05 CHF.

Mit welchen Artikeln haben wir am meisten eingenommen?

Alles, was wir verkauft haben, war in Kategorien eingeteilt. Das Auto und die beiden Motorräder lassen wir an dieser Stelle aussen vor, weil für das Auto noch eine Finanzierung lief und zusammen mit den Motorrädern unter dem Strich etwa eine Null herauskam.

Verkaufen Weltreise - Einnahmen

Sport und Freizeit –4’185 CHF (3’800 Euro)

Die Verkäufe von Sport- und Freizeit fielen dank Tauch- und Motorradausrüstung so hoch aus. Wir hatten beide eine vollständige, nur wenig gebrauchte Tauchausrüstung (rund1’600 CHF / 1’450 Euro).

Das gleiche gilt für die Motorradausrüstung (1’766 CHF / 1’600 Euro). Davon kamen 600 CHF / 545 Euro von Rons Lederkombi, die wir gebraucht fast zum gleichen Preis gekauft haben.

Die übrigen rund 800 CHF (730 Euro) stammten aus Sportutensilien wie Hometrainer und Boxsack, Rons American Football-Ausrüstung, einem Fahrrad, Campingausrüstung und einigen Reisekoffern.

Haushalt & Möbel – 2’732 CHF (2’480 Euro)

Rund ein Drittel der Einnahmen machte unser Terrarium aus. Die Echsen haben bei guten Freunden ein neues Zuhause gefunden.

Viele unserer Möbel waren von Ikea und hatten schon einige Umzüge hinter sich – Verkauf unmöglich. Aber zwei Sofas, ein Schrank, Sitzsäcke und Lampen spülten noch gut 1’000 CHF (900 Euro) in die Kasse.

Die restlichen rund 1’000 CHF verdienten wir mit unserem Grill, Elektro- und Küchengeräten sowie diversem Kleinkram. Vieles haben wir als Set verkauft, einzeln wäre der Aufwand einfach zu gross gewesen. Und die Sets fanden reissenden Absatz.

Technik – 936 CHF (850 Euro)

Eine grosse Zahl für nur sechs verkaufte Artikel. Für unser Unterwasser-Kameraset fanden wir nach ewigem Suchen einen interessierten Taucher. Zwar war die Kamera nicht mehr die beste und in das Gehäuse passt keine andere Kamera, aber der Blitz war wirklich gut und das überzeugte wohl, so dass er 650 CHF (590 Euro) dafür zahlte. Einzeln hätten wir wohl die Artikel nicht verkauft…

Dann waren da noch ein alter Camcorder, ein nie genutztes Tablet und unser Fotostativ, dass leider nicht in den Rucksack passte und das wir deswegen widerwillig gegen ein kleineres, leichteres austauschen mussten.

Bücher / Filme / Spiele – 695 CHF (630 Euro)

Rund die Hälfte verdienten wir mit dem Verkauf von Büchern, die meisten für Kleinstbeträge. Auch bei den Büchern haben wir oftmals sinnvolle Pakete gebildet. So umgingen wir so das Porto-Problem (keiner kauft ein Buch für einen Euro und bezahlt dann sechs fürs Porto) und brachten auch fast alles an den Mann oder die Frau.

Die zweite Hälfte der Einnahmen stammt aus Rons Playstation-Games und Gesellschaftsspielen. Die verkauften sich nur zu einem recht tiefen Preis, obwohl sie neu ganz schön teuer sind.

Kleider / Schuhe / Schmuck – 249 CHF (225 Euro)

Sage und schreibe 190 Artikel haben wir verkauft – folglich wechselten die Stücke für durchschnittlich 1.30 CHF den Besitzer. Und um Zeit zu sparen, stellten wir Kleiderpakete zusammen.

Werkzeug – 218 CHF (200 Euro)

Wer keine Wohnung mehr hat, braucht auch kein Werkzeug. Bis auf eine kleine Kiste mit Schraubenzieher und Hammer verkauften wir alle Geräte und Werkzeuge im Set. Wieso wir doch noch was behalten haben? Weil wir noch einige Möbel abbauen mussten und bei unserer Rückkehr wohl irgendwann neue wieder aufbauen müssen…

Umsatz nach Portal – aber wo haben all die Artikel verkauft

Verkäufe vor Weltreise - Verkaufsportale

Die höchsten Einnahmen hatten wir mit Kleinanzeigen. Das liegt aber ganz einfach daran, dass es unser meist genutzter Kanal war. Für wirklich jedes Teil haben wir eine Kleinanzeige erstellt. Unsere Feststellung – bei Anibis.ch haben wir eher die teureren Artikel verkauft, während auf Tutti.ch der günstige Kleinkram einen neuen Besitzer gefunden hat.

Über Facebook haben sich besonders grosse Artikel gut verkauft, zum Beispiel unser Sofa, Stehlampe und andere Möbel.

Auf den Auktionsplattformen haben wir zwar mit 330 Artikeln richtig viel verkauft, jedoch zu einem durchschnittlichen Preis von nur 2.90 CHF (2.60 Euro). Und vom Umsatz von 960 CHF (870 Euro) drückten wir noch rund 13 Prozent an Gebühren ab…

Und so hat es sich angefühlt, all seine Habseligkeiten an Fremde zu übergeben

Haushalt verkaufen Weltreise - Lagerbox

Was wir noch haben, passt in zwei Rucksäcke und diese kleine Lagerbox…

Fast alles, was wir jemals hatten, ist weg. Fremde kamen an, und wir übergaben unseren gesamten Besitz für ein paar Scheine an sie. Nach und nach leerte sich die Wohnung.

Von einigen Dingen, die wir beim Umzug gefunden haben, wussten wir gar nicht mehr, dass wir sie haben. Andere lagen seit Ewigkeiten ungenutzt in Schränken oder im Keller. Bei diesen Dingen war uns klar, dass wir sie nicht vermissen werden.

Aber an einigen Stücken hingen unser Herz. Da fiel es uns schwer, überhaupt das Inserat zu erstellen. Wir zögerten diese Inserate heraus und setzten die Preise hoch an. Dinge mit Liebhaberwert wollten wir nicht für einen Appel und ein Ei verramschen…

Anfangs fühlte es sich seltsam an und dem einen oder anderen Artikel trauerten wir sogar nach. Doch mit der Zeit änderte sich das. Wir stellten plötzlich fest, dass wir uns über jeden Verkauf freuten. Mit jedem Teil, das die Wohnung verliess, fühlten wir uns freier und leichter. Es war, als würde eine Last von uns fallen.

Heute haben wir nur noch unsere Rucksäcke und eine kleine Lagerbox – und es fehlt uns an nichts. Nur unser eigenes Bett, das vermissen wir manchmal ein wenig…

 

Fazit – schöne und nervige Momente und die schräge Story zum Campingstuhl

Es war so schön zu sehen, wenn sich jemand riesig über seine Errungenschaft freute und sich eine win-win-Situation ergab.

Und wir lernten, dass sich wirklich für jeden Ramsch ein Käufer findet.

Aber wir waren auch oft überrascht, wenn aus unserer Sicht nützliche Dinge ewig keinen Abnehmer fanden, während sich um nutzlosen Kram fast ein Internet-Kleinkrieg entwickelt hat.

Weniger schön war die Unzuverlässigkeit – mehr als einmal beantworteten wir Anfragen und erhielten Zusagen, auf die wir dann trotz mehrfachem Nachfragen nie wieder jemand meldete. Daher haben wir einfach, nach dem Motto „first come first serve“, die Artikel an denjenigen abgegeben, der sie zuerst abholte oder bezahlte.

Und das wiederum führte zu einigen Beschimpfungen per Mail, wenn sich der potenzielle Käufer erst nach mehreren Wochen wieder meldete und der Artikel in der Zwischenzeit verkauft war. Aber hey, da stehen wir drüber… Hauptsache verkauft.

Doch das schrägste Story dreht sich um einen kleinen Campingstuhl. Den hat eine Dame für wenige Euro in einer Auktion erstanden. Da sie direkt auf dem Weg in den Urlaub bei uns vorbeifahren wollte und wir auf Arbeit waren, einigten wir uns, den Stuhl vor der Haustüre zu deponieren. Zwei Stunden nachdem wir den Stuhl deponiert hatten, klingelte das Telefon. Der Stuhl sei nicht vor der Türe… er wurde geklaut. Aus unserem Vorgarten…

 

Die ganze Verkaufssache war ein riesen Aufwand. Für einen einzelnen Artikel brauchten wir zwischen fünf und dreissig Minuten für die Fotos, das Inserat und die Beantwortung der Mails. Und trotzdem hat es sich für uns definitiv gelohnt.

Nicht nur wegen den 9’000 CHF, sondern auch aufgrund der vielen Erfahrungen. Einige waren wunderbar, andere nervig, aber interessant war es allemal.

Verkaufst Du regelmässig Dinge oder hast Du bereits angefangen, Deinen Haushalt für die Weltreise aufzulösen? Welche Verkaufskanäle nutzt Du am liebsten? Hast Du vielleicht sogar noch Verkaufstipps oder eine lustige Story dazu? Dann poste Deine Erfahrungen und Gedanken in den Kommentaren, wir freuen uns…