Kampong Trach Mountain Resort – ländliche Gegend, ein grosser Kalksteinfelsen, bizarre Höhlen und ein Tempel – perfekt für einen Tagesausflug. Also haben wir morgens unseren Roller gesattelt und uns auf den Weg in Richtung Kampong Trach gemacht.

Der Weg zur Höhle bei Kampong Trach

Ab Kep folgten wir der National Road für rund 30 Kilometer nach Osten. Und auch wenn die asphaltierte Strasse etwas holprig war, kamen wir zügig voran. In Kampong Trach angekommen, bogen wir in eine Dirtroad ab und fuhren noch ein kurzes Stück über die staubige Piste. Und nach etwas mehr als 30 Minuten Fahrtzeit standen wir vor dem Kalksteinfelsen.

Je weiter wir uns von Kep entfernten, desto ländlicher wurde es um uns herum. Auf den grünen Feldern grasten Wasserbüffel und immer wieder überholten wir lustige Karren und Gefährte. Kurz vor dem untouristischen Örtchen Kampong Trach konnten wir bereits den Kampong Trach Felsen zu unserer Linken erspähen – und die Vorfreude stieg…

Was uns in der Kampong Trach Höhle erwartete

An der Zufahrt zur Höhle passierten wir einen Checkpoint, an dem wir 1 USD Eintritt pro Person bezahlten. Ein kurzes Stück später erreichten wir einen grösseren Kiesplatz mit Getränkeständen und dem Eingang zur Höhle. Kaum vom Roller gestiegen, wurden wir von einer Reihe Kids umzingelt. „You want a Guide – up to you“ riefen sie uns im Chor zu. Wir spülten erstmal die staubige Kehle mit einer kühlen Cola und entschieden uns dann, die Höhle erstmal alleine zu betreten und uns einen Überblick zu verschaffen.

Die Höhle betraten wir durch eine Art Tempeltor, wo wir eine kleine Spende von rund 1 USD in die Box legten. Wir stiegen die Stufen hinunter und standen direkt in der ersten Kammer. Von der Decke hingen Stalaktiten, beleuchtet von den eindringenden Lichtstrahlen.

Spektakuläres Oberlicht in der Höhle

Kampong Trach Höhle - Oberlicht

das Oberlicht ist einfach spektakulär und lässt sich kaum in Bildern festhalten

Immer weiter führte uns die Höhle in den Berg – bis wir plötzlich wieder Licht sahen. Was, war’s das etwa schon? Nein, war es natürlich nicht. Von draussen drangen Tempelklänge in die Höhle und wurden immer lauter, bis wir nach einigen Schritten vor einem kleinen Höhlentempel standen.

Nach der Dunkelheit der Höhle brauchten unsere Augen einige Sekunden, um sich an die Sonnenstrahlen zu gewöhnen. Wir blickten nach oben und waren sprachlos – senkrechte Felswände, bewachsen mit Büschen, Bäumen und Lianen. Es schien wie eine grosse Höhlenkammer, deren Decke eines Tages eingebrochen war. Ein Makaken-Affe sprang um den Tempel herum, schnappte sich eine Banane und verzog sich auf einen Felsvorsprung, wo er seine Errungenschaft genüsslich verspeiste.

 

Die Kammer über der unscheinbaren Treppe

Wir folgten dem Beispiel des Affen und wagten uns nach oben – nur, dass wir nicht senkrecht an den Felswänden kletterten, sondern die Treppe benutzten. Diese abgenutzten Stufen führten in eine kleine Kammer mit Statuen und Götzen. Eigentlich ziemlich unspektakulär bis…

… bis wir die kleine Öffnung entdeckten. Der Schein der Taschenlampe liess erahnen, dass sich dahinter eine grössere Kammer verbergen muss… Das müssen wir sehen…

Wir quetschten uns durch die kleine Öffnung, wobei die Hälfte von uns beiden sich Gedanken über die riesigen Spinnen machte, die sich gerne in solchen Spalten aufhalten…

Nachdem wir durch den kurzen, schmalen Gang gekrabbelt waren, standen wir tatsächlich in einer grossen, stockfinsteren Kammer. Der Lichtkegel unserer Taschenlampe huschte über gewundene Stalaktiten, glatte Felswände und weitere, noch kleinere Felsspalten.

Die übrigen Gänge und Kammern

Als wir uns sattgesehen hatten, verliessen wir die Kammer, steigen die Stufen hinab und wagten uns in die anderen Höhlengänge, die von der grossen Lichtung wegführten. In den Hauptgängen flackerten Glühbirnen und tauchten die Höhle in ein mystisches Licht. Immer wieder fanden wir Altare mit Statuen, Götzen und Opfergaben.

Kampong Trach Höhle - Statuen

Überall in den Höhlen fanden wir unzählige solcher Statuen und Götzen

Davon zweigten dunkle, schmale Gänge ab. In einige wagten wir uns vor – und fanden einen kleinen See, fantastische Stalaktiten, stiessen uns die Köpfe an der Decke und wurden von Fledermäusen umkreist. Vermutlich hat sie der Schein unserer Taschenlampe aus ihren süssen Träumen geholt…

Wir machten uns auf den Rückweg. Denn wir wollten die Tiere nicht länger stören und eine Fledermaus schien reges Interesse an uns zu haben – etwas zu viel für unseren Geschmack. Zwar finden wir die Tiere echt süss, aber die Vernunft und das Wissen über Tollwut hat uns dann den Rückzug antreten lassen…

Und wir hatten ein richtig gutes Timing. Denn als wir zurück auf die grosse Lichtung traten, machte eine Gruppe Locals gerade Fotos vor der traumhaften Kulisse. Da schien der blonde, bärtige Europäer wohl perfekt draufzupassen – und er wurde kurzerhand mitgenommen. Und wieder einmal hat er es wohl in ein asiatisches Familienalbum geschafft – und es ist jedes Mal eine total lustige Angelegenheit…

 

Was wir zur Kampong Trach Höhle mitgenommen haben

Im Inneren des Berges steht ein Tempel, und auch der Höhleneingang sieht aus, als wäre es das Tor zu einem Tempel. Aus Respekt vor der Religion und der Tradition der Khmer haben wir uns für Kleidung entschieden, die Knie und Schultern bedeckt.

Ebenfalls eine gute Wahl – geschlossene Schuhe. Teilweise war es richtig dunkel in der Höhle und überall lagen Steine. Und wir sind uns sicher – regelmässiger Kontakt zu diesen Steinen hätte unsere Zehen nicht besonders gefreut…

Kampong Trach Höhle - Du brauchst eine Taschenlampe

nur dank unserer Taschenlampe konnten wir die dunkeln, schmalen Gänge erkunden

Und weil es so dunkel war, waren wir mega froh über unsere Taschenlampe. Damit konnten wir uns auch in die unbeleuchteten Ecken vorwagen und in Felsspalten hineinblicken.

Etwas Kleingeld in der Tasche zu haben ist in Kambodscha immer vorteilhaft, denn meist ist kaum Wechselgeld vorhanden. An der Zufahrt zum Berg kassierten ein paar Einheimische Eintritt in der Höhe von 1 USD und auch die Spendenbox am Eingang zur Höhle haben wir aus Respekt mit etwas Kleingeld gefüttert.

Moskitospray haben wir fast immer im Rucksack, denn mich fressen die Biester regelrecht auf. Und die windstille, feuchte Luft in der Höhle schienen die Moskitos regelrecht zu lieben…

 

Unser Fazit zur Höhle bei Kampong Trach

Alleine schon die Anfahrt zur Höhle war den Ausflug wert. Die Landschaft ist unglaublich schön und wir haben einen kleinen Einblick in das ländliche Leben im Süden Kambodschas erhalten. Im Januar ist es schon etwas länger trocken, bestimmt ist die Landschaft nochmals beeindruckender, wenn sie in der Regenzeit in sattem Grün leuchtet.

Die Lichtung im Berg atemberaubend – so sehr, dass wir Quasselstrippen beide für einen kurzen Moment einfach nichts sagen konnten… Die Hauptgänge der Höhlen, die von dieser Lichtung wegführen, sind schön, aber nicht überragend. Aber unsere kleinen Ausflüge in die Nebengänge waren dafür richtig abenteuerlich.

Einen Guide haben wir nicht gebraucht, so weit hinein haben wir uns nicht gewagt. Und die Kids, die hier gegen ein Taschengeld als Guide arbeiten, haben auch keine grossen Exkursionen in diese Nebengänge unternommen. Du kannst aber natürlich einen der kleinen Guides engagieren – so besserst Du ihr Taschengeld auf und die Kids können ihr Englisch benutzen. Jedoch waren wir an einem normalen Wochentag bei der Höhle – da wäre wohl regulär Schule angesagt und wir wissen nicht, ob die Kids durch diese „Arbeit“ am Schulbesuch gehindert werden…

Das Video zu unserem Ausflug zur Kampong Trach Höhle

🇰🇭 Kampong Trach – die imposanten Kalksteinhöhlen bei Kep | Vlog #12 – everonTravel

 

Diesen Ausflug können wir definitiv empfehlen. Und wer sich die Strecke mit dem Roller nicht zutraut, kann auch mit einem Tuk-Tuk hinfahren.

Hast Du die Höhle schon besucht oder planst Du einen Ausflug dahin? Oder kannst Du uns andere, coole Höhle empfehlen? Dann poste es in den Kommentaren…