Kep liegt auf einer Landzunge und schlängelt sich als schmaler, langgezogener Ort entlang der Küste. Direkt dahinter erhebt sich die Landschaft in sattem Grün – das ist der Kep Nationalpark.

Wir haben uns aufgemacht, den 50 Quadratkilometer grossen Nationalpark zu erkunden. Und so viel können wir verraten – in einem Tag haben wir es nicht geschafft, alles im Park zu sehen… Was wir erlebt haben und warum wir zweimal umdrehen mussten, erzählen wir Dir in diesem Blogartikel…

Der Weg zum Kep Nationalpark – die erste Hürde

Morgens halb zehn in Kambodscha – nach einem ausgiebigen Frühstück, bewaffnet mit Wasser und Moskitospray*, machten uns auf den Weg.

Kep Nationalpark - Anreise

Der Zugang von den Khmer Hands Bungalows ist ziemlich zugewachsen

Der Haupteingang zum Kep Nationalpark liegt hinter dem Veranda Natural Resort, wo der Eintritt von 1 USD pro Person zu entrichten ist. Aber zum Glück gibt es auch direkt hinter unserer Unterkunft, den Khmer Hands Bungalows*, einen Zugangspunkt. Da sparten wir uns natürlich die eineinhalb Kilometer bis zum Veranda Natural Resort. Schliesslich würden wir noch genug laufen an diesem Tag…

Wir bogen hinter dem Masada Resort nach links ab und folgten dem Weg bis zu einem verschlossenen Tor. Wir schlüpften durch die Öffnung rechts davon und gingen weiter bis zu einem Haus. Und da waren wir das erste Mal kurz verwirrt, denn der Weg ist nicht sehr gut erkennbar. Da waren Spurenlesen angesagt – und siehe da, wir fanden den Trampelpfad, der links vom Haus wegführte.

Nach kurzer Zeit endete die Wiese und wir standen vor immer dichter werdendem Gebüsch. Na denn, Augen zu und durch. Schlau wie wir waren, hatten wir festes Schuhwerk montiert. Doch leider hatten wir beide nur Shorts an, denn unsere langen Hosen hatten das Zeitliche gesegnet und der Ersatz war noch in Arbeit – die wurden nämlich extra für uns geschneidert, dazu aber an anderer Stelle mehr…

Wir stapften durch das Grün und hofften, dass unser Getrampel Schlangen und anderes Getier vertreiben würde. 100 Höhenmeter später, erreichten wir verschwitzt den Rundweg des Nationalparks. Wir schüttelten das Krabbelgetier aus unseren Shorts und nahmen den Weg nach links.

Der Rundweg um den Kep Nationalpark

Nach dem dichten Gestrüpp eine willkommene Abwechslung – der rund acht Kilometer lange Rundweg ist breit, frei von Gebüsch und gut zu begehen. Der Weg ist so breit, dass uns sogar regelmässig Roller und Tuk-Tuks entgegenkamen. Fanden wir aber gar nicht toll – denn für uns passen Nationalpark und Motorlärm einfach nicht zusammen. So würden wir ja gar nichts vom Nationalpark sehen und schon gar keine Tiere…

Bevor wir uns auf die Socken machten, warfen wir einen Blick auf die Karte des Kep Nationalparks. Entlang des Rundwegs sollte es acht sehenswerte Punkte geben, die anderen acht sehenswerten Dinge verteilen sich auf die Zwischenpfade und Abzweiger vom Rundweg.

Karte Kep Nationalpark Map

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Auch wir mit unserem nicht sehr ausgeprägten Orientierungssinn hatten keine Probleme, all die sehenswerten Punkte zu finden. Diese sind alle mit gelben Wegweisern ausgeschildert und immer wieder fanden wir besagte Karte am Wegrand.

Kep Nationalpark - Kampot Viewpoint

Was für eine Aussicht vom Kampot Viewpoint

Der erste Stopp fiel uns direkt vor die Füsse. Nach wenigen hundert Metern erreichten wir einen Pavillon, von dessen Plattform aus wir bereits die erste bombastische Aussicht geniessen konnten. Am Kampot Viewpoint konnten wir… Überraschung…bis nach Kampot sehen. Mit Grillstelle und Spülbecken hätten wir hier ein erstes Picknick veranstalten können – leider hatten wir nichts Essbares dabei…

Nachdem wir uns sattgesehen hatten, sollte der Sreytal Wasserfall folgen. Wir gingen zuerst daran vorbei – und als wir ihn fanden, wussten wir warum. Denn der Wasserfall war lediglich eine Ansammlung von Steinen – natürlich ohne Wasser in der Trockenzeit.

In der Zwischenzeit auf 140 Metern über Meer angekommen, standen wir am Summit. Wieso der Platz so heisst, ist uns schleierhaft. Denn er ist bei weitem nicht der höchste Punkt im Nationalpark. Aber sei es drum, der Platz selbst bietet nicht viel. Doch von hier geht ein Abzweiger weg, der zum alten Damm und zum Wat Samathi führt.

Im Hinterkopf die fortschreitende Zeit und die noch vor uns liegende Strecke, entschieden wir uns, auf dem Hauptweg zu bleiben und zum Angkoul Viewpoint zu gehen. Hier lichten sich die Bäume und wir hatten einen wundervollen Ausblick auf Angkul Beach, das Fischerdorf zwischen Kep und der Vietnamesischen Grenze. Bei dieser Aussicht bot sich eine kleine Pause auf der Parkbank an…

Wir kamen um die Ecke und hörten eine Bande Affen. Denn genau hier sollen sie sich gemäss der Karte meistens aufhalten. Doch hier im Kep Nationalpark sind sie (noch) nicht an Besucher und deren mitgebrachtes Futter gewöhnt, und so blieben es für uns beim hören…

Butterfly Garden

Eine neue Lichtung, eine Karte und ein Wegweiser zum Butterfly Garden beziehungsweise Butterfly Valley. Der Weg sah steil aus und das Tal schien ziemlich tief… Aus Zeitgründen wollten wir das eigentlich auslassen – doch die Neugierde siegte. Also machten wir uns auf den Weg nach unten.

Kep Nationalpark - Butterfly Garden

Zwar ist es ein weiter Weg vom Rundweg bis zum Butterfly Garden, doch es lohnt sich…

Doch anstatt Schmetterlingen fanden wir eine verlassene Bungalowanlage. Das muss dann wohl das Butterfly Valley sein, das wir uns auf Airbnb angesehen hatten (jetzt Startguthaben von 40 CHF / 35 Euro sichern*). Doch einigen Berichten zufolge soll die Anlage zwar noch buchbar, aber nicht mehr in Betrieb sein. Und als wir so durch die Bungalows liefen, bestätigten sich die Berichte…

Nach einem längeren Streifzug durch die Anlage fanden wir eine nette Dame. Zwar sprach sie kein Englisch und konnte uns nichts zur Anlage sagen, dafür wies sie uns aber den Weg zum Butterfly Garden. Den gibt’s also doch…

1 USD Eintritt bezahlten wir für den Butterfly Garden. Der Weg führte uns durch eine gepflegte Gartenanlage zu einer grossen, mit Netz überzogenen Kuppel. Wir betraten die Kuppel und waren umringt von Schmetterlingen, die zwischen den bunten Blumen umherflatterten.

Es schien, als betreibe der Butterfly Garden eine Art Zucht, denn neben Informationstafeln zu den verschiedenen Arten und gemütlichen Sesseln stehen immer wieder Verpuppungskästen in der Kuppel.

Nachdem wir genug umflattert wurden, machten wir uns an den Aufstieg, zurück zum Rundweg. Und wir waren wirklich ganz schön tief ins Tal gewandert…

Die Zwischenpassagen

Kep Nationalpark - Little Pond

An diesem Tümpel wollten wir in Dschungelpfad abbiegen…

Der nächste Stopp auf unserer Route war der Little Pond, ein kleiner Tümpel mit Sitzgelegenheiten und einem grossen, schattenspendenden Baum. Doch wie der Wasserfall schon vermuten liess, war auch im Little Pond kaum mehr Wasser…

Und an diesem Punkt wollten wir den Hauptweg verlassen. Den links vom weissen Häuschen führt ein Dschungelpfad quer durch den Nationalpark und zu vielen weiteren Sehenswürdigkeiten.

Bereits die ersten Meter liessen vermuten, dass das nicht einfach wird. Denn der Weg war eigentlich keiner mehr und der Dschungel wurde immer dichter. Plötzlich hörten wir lautes Knacken und Schreie über unseren Köpfen – Affen. Wir scheinen die Makaken wohl aufgeschreckt zu haben…

Mutig gingen wir weiter – aber das währte nicht lange. Der Dschungel wurde immer undurchdringlicher, bis zu den Hüften reichte das Gras, von links und rechts hielten uns Büsche zurück. Und als dann noch eine Schlange und einer dieser Tausendfüssler unseren Weg kreuzten (und vermutlich auch noch einiges, was wir nicht gesehen hatten), entschieden wir uns zum Umdrehen. Denn wir hatten ja noch immer kurze Hosen an…

Zurück zur Zivilisation – zumindest für eine kurze Zeit

Also weiter auf dem Rundweg, wo wir immer wieder staunend die Aussicht genossen haben. Doch plötzlich waren wir am Ende angekommen… Es sollte doch ein Rundweg um den Kep Nationalpark sein…

Kep Nationalpark - Ausgang

An dieser Stelle verliessen wir den Nationalpark für kurze Zeit

Nachdem wir uns mit der Karte vom Nationalpark und Maps.me mehrfach um die eigene Achse gedreht hatten war klar – wir müssen wirklich hier raus…

Denn tatsächlich führt der Rundweg ein kleines Stück der Strasse entlang. Und spätestens da waren wir heilfroh, dass wir eine ordentliche Schicht Sonnencreme aufgetragen hatten. Zwar lag der erste Teil des Rundwegs im Schatten der Bäume, doch ab dem Little Pond und besonders auf dem Stück entlang der Strasse brannte die Sonne erbarmungslos nieder…

Wir verliessen also den schönen Nationalparkweg durch die Schranke und spazierten auf der Dirtroad hinunter, bis diese in eine neue, zweispurige Strasse mündete, da gingen wir nach rechts. Wofür die hier gebaut wurde, ist uns echt ein Rätsel… Gerade einmal ein Tuk-Tuk haben wir gesehen…

Wir gingen an der Samot Raingsay Pagode vorbei, die wir leider nicht besuchen konnten. Denn wir trugen nur Trägershirts und Shorts – definitiv die falsche Bekleidung für das Betreten eines Tempels oder einer Pagode. Mindestens die Schultern und Knie sollten bedeckt sein…

Die Stirway to Heaven und der Nurse Path

Dann bog eine schmale, verwitterte Strasse ab – der Nuns Trail. Nachdem wir nun länger bergab gegangen sind, warteten erneut sehr steil angelegte 150 Höhenmeter auf uns. Der Weg führte vorbei an einer Buddha-Statue und einem alten Tempel, bevor wir die grosse Funkantenne erreichten. Als Alternative kannst Du auch die Stirway to Heaven nehmen – aber ob die Treppen weniger anstrengend sind, bezweifeln wir…

Kurz vor der Antenne stehen ein paar kleine Hütten. Und als wir uns diesen näherten, stürmten vier Hunde aus verschiedenen Richtungen bellend auf uns zu. Kurz wurde uns etwas mulmig, aber wir hielten es wie immer und gingen gleichmässig bestimmt auf die Hunde zu. Diese bellten uns zwar weiterhin abwehrend an, beruhigen sich aber zügig, also wir am Haus vorbeigegangen waren.

Little Buddha – was wir sonst nicht gesehen haben und wieso wir schon wieder umdrehen mussten

Kep Nationalpark - nicht gesehen

Alles haben wir an diesem Tag nicht geschafft – man könnte mehrere Tage im Nationalpark verbringen

Von diesem Punkt an führen weitere schmale Trampelpfade zum Little Buddha und diversen Aussichtspunkten, von wo aus man die Küste von Kep und Kampot sie die vietnamesische Insel Phu Quoc sehen kann.

Doch in der Zwischenzeit sind viele Stunden vergangen und so langsam neigte sich alles dem Ende zu. Es war bereits 16.00 Uhr nachmittags und schon jetzt drang weniger Sonnenlicht durch das dichte Geäst. Beim Aufstieg hatten wir die letzten Tropfen Wasser ausgetrunken, die Handyakkus neigten sich dem Ende zu und das Moskitospray gab auch nichts mehr her.

Wir waren langsam müde, durstig und innerhalb von kurzer Zeit total zerstochen. Der Blick auf die Karte zeigte – wir befinden uns am anderen Ende des Nationalparks und die restliche Strecke mit weiteren 100 Höhenmetern kann durchaus zwei bis drei Stunden dauern – ohne Möglichkeit, den Kep Nationalpark vor dem Ende zu verlassen.

Das schien uns dann ohne Taschenlampe, Orientierungssinn und Wasser zu unsicher und wir entschieden uns für den Rückweg. Und weil wir nach den vielen zurückgelegten Kilometern richtig hungrig waren, gönnten wir uns eine echte italienische Pizza bei Alberto im Italien Corner* am Kep Beach…

Unser Fazit zum Kep Nationalpark

Der Nationalpark kann bestimmt nicht mit denen im Laos oder Nordthailand mithalten – dennoch hat uns der Tag sehr gut gefallen. Die frische Luft, die spektakuläre Aussicht, unsere kleinen Abenteuer und die Begegnungen mit Vögeln, Eichhörnchen und Affen – eine überzeugende Mischung.

Was uns jedoch störte waren die vielen Roller und Tuk-Tuks, die auf dem Rundweg herumbretterten, die Idylle zerstörten und die meisten Tiere verjagten. Was für ein Glück, dass die Zwischenpassagen nicht mit den Gefährten erreicht werden können…

Video zum Kep Nationalpark

🇰🇭 Kein Durchkommen – warum wir im Nationalpark Kep umdrehen mussten | Weltreise • Reisevlog #10

 

Insgesamt können wir den Kep Nationalpark für einen Tagesausflug wirklich empfehlen – und genau dieses Feedback gaben auch alle anderen, die wir kennengelernt haben und die den Kep Nationalpark besucht haben…

Magst Du lieber sichere breite Wanderwege oder wagst Du Dich auch mal gerne ins Gebüsch? Warst Du vielleicht sogar schon mal in Kep und hast den Nationalpark besucht? Und hast weitere Tipps zu den besten Plätzen im Nationalpark? Dann poste es in die Kommentare, wir sind gespannt…