Eine fast unberührte Insel, ein kleiner Strand, eine Handvoll Bungalows und Restaurants mit einfachstem Standard – das ist Koh Tonsay / Rabbit Island in Kambodscha.

Klingt super? Dachten wir uns auch – und planten zwei Nächte auf Koh Tonsay, der einzigen Insel vor Kep mit Übernachtungsmöglichkeit. Auf der Insel gibt es nichts – kein Wifi, keinen Strom, keinen Luxus – dafür ganz viel Erholung…

Unsere Anfahrt nach Koh Tonsay

Koh Tonsay / Rabbit Island Anreise mit Longtailboot

rund 30 Minuten dauerte die Fahrt mit dem Longtail-Boot nach Koh Tonsay

Morgens um 8.30 Uhr standen wir bereit – auf ins Abenteuer. Das Nötigste hatten wir in unseren Daypacks, das restlich Gepäck bei unserer Unterkunft deponiert.

Mit dem Bus ging es zum Pier in Kep, wo wir direkt in eines der Longtail-Boote stiegen. Gemächlich schaukelte das Holzboot mit knatterndem Motor über das Meer. Vor uns viele kleine, grüne Eilande – eins davon muss wohl diese Rabbit Island sein…

Rund 30 Minuten später warf unser Kapitän den Anker und wir hüpften aus dem Boot. Da standen wir, am Strand von Koh Tonsay – und sofort hatte uns die chillige Atmosphäre der Insel eingenommen.

Für die Überfahrt inklusive Pickup von unserer Unterkunft hatten wir gerade einmal 8 USD bezahlt – inklusive Rückfahrtticket.

 

Das erwartete uns auf Koh Tonsay

Der Stand, an dem wir angekommen sind, ist der einzige „bewohnte“ Teil von Rabbit Island. Der Strand ist relativ schmal und der Sand braun, kein Vergleich zu anderen Inseln in Kambodscha wie beispielsweise Koh Rong oder Koh Rong Samloem. Aber da wollten wir ja auch nicht hin…

Überall am Strand verteilen sich Holzliegen – die gemütlichere Alternative ist jedoch eine der unzähligen Hängematten, die zwischen den Bäumen gespannt sind. Und falls das nicht Entspannung genug ist, stehen auch ab und an Massageliegen am Strand.

Dahinter ein kleiner Streifen Wiese, auf der die Hühner nach etwas fressbarem suchen. Zumindest dann, wenn sie nicht gerade auf den Tischen herumhüpfen und die Reste aus den noch nicht abgeräumten Tellern picken…

Auf dieser Wiese stehen auch schon die Bungalows, nur wenige Schritte vom Strand entfernt. Dahinter wächst dichter, grüner Dschungel – der unbewohnte Teil der Insel…

Wifi – Fehlanzeige. Aber unsere lokale Sim-Karte sicherte die WhatsApp nach Hause. Mehr brauchten wir auf Koh Tonsay nicht, denn auch Strom ist Mangelware. Der Stromgenerator trat seinen Dienst zum Sonnenuntergang an und meldete sich um 22.00 Uhr wieder ab. Und so gab es nur in dieser Zeit Elektrizität. Ausser, wenn die Bar gut gefüllt und die Besitzer selbst noch nicht müde waren, wurde etwas verlängert…

Und danach? Da geht man auf Koh Tonsay ins Bett. Naja, wir haben uns dann noch kurz auf die Terrasse gesetzt und die Ruhe und die Dunkelheit genossen. Aber nicht, ohne vorher die Taschenlampe* herauszukramen. Denn ist der Generator aus, wird es wirklich stockfinster auf der Insel…

Nimm genügend Geld mit auf die Insel – denn es gibt keinen Strom und kein Internet – folglich suchst Du auch vergebens nach einem ATM oder jemandem, der Kreditkarten akzeptiert…

Unsere Unterkunft auf Koh Tonsay – Back to Basic

Bungalows auf Koh Tonsay / Rabbit Island

Die Bungalows auf Koh Tonsay sind minimalistisch ausgestattet, aber das reicht völlig – Hauptsache direkt am Meer

Wir wohnten – wie alle anderen Besucher von Rabbit Island – in einem einfachen Bambus-Bungalow, nur wenige Schritte vom Strand entfernt. Die Ausstattung war minimalistisch, aber ausreichend.

Über dem Bett hing ein mehr oder weniger intaktes Moskitonetz, das Bad bestand aus einem handgespülten Klo und Duschbrause mit kaltem Wasser.

Unser Bungalow hatte ein Fenster in Richtung Meer – und als wir das nachts geöffnet haben, wehte eine kühle Meeresbrise direkt über unser Bett. Wer braucht da schon einen Ventilator…

Auf der Terrasse liess es sich auch gut aushalten – wir brauchten mehrere Anläufe, um aus den chilligen Stühle und der Hängematte zu kriechen.

Tierische Mitbewohner lassen sich bei einem offenen Bambus-Bungalow mit Dschungelnähe nicht vermeiden – und so hatten auch wir Besuch. In unserem Bungalow wohnte eine quiekende Ratte und auch unsere Reisebegleitung musste nicht alleine schlafen. Eine ziemlich grosse Huntsman-Spinne hatte sich in seinen Bungalow verirrt.

Aus Gesprächen mit anderen Reisenden haben wir erfahren, dass wohl alle Bungalows in etwa gleich ausgestattet sind und sich die Preise je nach Lage zwischen 6 und 8 USD bewegen. Lediglich zwei der Anlagen können auf Agoda* vorgebucht werden, denn die meisten Anlagen der Insel können mangels Internet keine Buchungen entgegennehmen. Trotz Hauptsaison hatten wir keine Probleme, ein passendes Bungalow zu finden.

Bei einem nächsten Besuch auf Koh Tonsay würden wir daher die Unterkunft nach Sauberkeit aussuchen, denn bei unserem Vermieter hatte dies wohl keinen allzu hohen Stellenwert. Unser Duschwasser roch, als hätte es einen Zwischenstopp im Abwasserkanal hinter sich und unsere Mitbewohner-Ratte hatte ihre Notdurft überall im Zimmer verrichtet – das Bett liess sie dabei nicht aus…

Und einmal mehr waren wir froh, unsere Seiden-Inlets* dabei zu haben…

Restaurants auf Koh Tonsay – so günstig haben wir gegessen

Lange brauchten wir nicht nach dem richtigen Restaurant zu suchen, denn es gab nur einige wenige, einfache Lokale. Die meisten davon sind zugleich Supermarkt und verkaufen Zigaretten und Snacks.

Das Preisniveau auf Koh Tonsay ist wirklich sehr tief. Für ein Bier haben wir gerade einmal 0.75 USD bezahlt, für einen Longdrink 2 USD und für gebratene Nudeln mit Gemüse 1.50 USD. Und richtig lecker war es auch noch.

Viele besuchten Koh Tonsay im Rahmen eines Tagesausflugs und stiegen um 16.00 Uhr ins Longtail zurück nach Kep. Die wenigen, die auf der Insel übernachteten, haben sich abends in den Restaurants getroffen. Die meisten davon bei Simone, dem Restaurant in der Mitte des Strandes. Schnell kannte man sich und liess den Abend gemeinsam ausklingen.

Das gab es auf Koh Tonsay zu tun

Koh Tonsay / Rabbit Island - Hängematte vor dem Bungalow

Die schönste Beschäftigung auf Koh Tonsay – in der Hängematte entspannen

Leider hatten wir kein gutes Wetter erwischt – genauer gesagt hat es fast die ganze Zeit geregnet. Wir haben uns aber trotzdem nicht gelangweilt und einfach etwas mehr Zeit mit den anderen Reisenden im Restaurant verbracht.

Und da haben wir uns sagen lassen, dass es wohl eine Art Weg um die Insel geben soll. Zwei bis drei Stunden soll es dauern, Kon Tonsay zu umrunden – über Steine, durch den Dschungel und auch mal durchs Wasser. Jedoch sind viele zurückgekehrt und haben von grösseren Müllbergen auf der anderen Seite von Rabbit Island berichtet, die wohl von der Flut angespült werden.

Ausserdem werden Tubes vermietet, um das Chillen für eine Weile auf das Meer zu verlegen.

 

Unser Fazit zu Koh Tonsay

Das Leben auf Koh Tonsay ist gemächlich, alle sind relaxt. Es war eine mega tolle Erfahrung und wir kamen total entspannt zurück.

Immer wieder haben wir gelesen, dass Kambodscha wohl das Thailand vor 20 oder 30 Jahren sein soll. Und auch wenn wir damals noch nicht mit dem Rucksack unterwegs waren, stellen wir uns die thailändischen Inseln in den 80ern in etwa so vor wie Rabbit Island heute…

Zwei Nächte waren für uns genau richtig. Es reichte zum runterfahren und uns wurde nicht langweilig – denn viel zu tun gibt es wirklich nicht. Und nach drei Tagen waren wir dann doch ganz froh, wieder unter neutral riechendem Wasser duschen zu können…

Das Video – drei Tage auf Koh Tonsay

🇰🇭 Koh Tonsay / Rabbit Island – Back to the roots | Vlog #14 – everonTravel

 

Die chillige Atmosphäre auf Koh Tonsay und die Einfachheit hat uns echt gut gefallen und gezeigt, wie wenig wir eigentlich brauchen. Mal sehen, wie viele solcher Inseln wir noch finden werden…

Warst Du schon auf Koh Tonsay oder einer ähnlichen Insel? Magst Du solch einfache Orte oder kommt das für Dich gar nicht in Frage? Poste es in den Kommentaren, wir sind gespannt…