Wir mögen Wasserfälle, auch wenn diese während der Trockenzeit oftmals nicht sehr spektakulär sind. Über Steine klettern, dem Wasserlauf folgen und plötzlich an einem wunderschönen Plätzchen stehen – einfach unbezahlbar.

Klar also, dass wir auch auf Phu Quoc einen Wasserfall-Besuch nicht ausgelassen haben. Eigentlich wollten wir an diesem Tag ja zwei Wasserfälle besuchen – aber es sollte wohl nicht sein…

Der Weg zum Wasserfall Suoi Da Ban auf Phu Quoc

First Stop – Suoi da Ban Wasserfall. Das war dann auch der last Stop, aber das wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ausgerüstet mit festem Schuhwerk, genügend Wasser und Sonnencreme stiegen wir auf unseren Roller.

Die Anfahrt zum Suoi da Ban Wasserfall auf Phu Quoc

Die Anfahrt vom Long Beach dauerte eine knappe Stunde und führte uns erst einmal in den Hauptort Duong Dong. Nachdem wir das übliche Roller-Chaos hinter uns gelassen hatten, ging es auf der vierspurigen Hauptstrasse zügig voran.

Suoi da Ban Wasserfall Phu Quoc - Anfahrt mit dem Roller

Der Weg zum Wasserfall führt über eine holprige Dirtroad

Aber nur so lange, bis der Abzweiger in Richtung Wasserfall folgte. Von der sauber asphaltierten Strasse ging es auf die Dirtroad. Und die fünf Kilometer lange Strecke forderte unserem Roller einiges ab – und auch Ron, der neben den ganzen Schlaglöchern auch noch den kreuzenden Lastwagen und Kühen ausweichen musste.

In unglaublichem Tempo flitzte ein Roller an uns vorbei und sprang über die Hügel – darauf zwei Einheimische und ein grosser schwarzer Koffer. Was die wohl damit vorhaben?

Und wer uns schon etwas länger folgt weiss, dass unser letzter Ausflug zum Wasserfall auf Koh Lanta, ebenfalls auf einer Dirtroad, im Krankenhaus geendet hat. Wir nahmen es deshalb lieber gemütlich. Gut durchgeschüttelt aber heil kamen wir am Wasserfall an und spülten erstmal den Strassenstaub mit einem guten Schluck Wasser hinunter.

Der Weg zu Fuss

Suoi Da Ban Wasserfall - Phu Quoc

Die Brücke sieht stabiler aus, als sie sich anfühlt

Die Rucksäcke aufgeschnallt, passierten wir eine ziemlich wackelige Hängebrücke und hofften, dass die morschen Holzlatten unser Gewicht halten würden. Einige Local Kids kannten die Brücke wohl besser als wir uns rannten leichtfüssig über das wackelige Ding. Dass dies unser Gleichgewicht noch mehr forderte, müssen wir wohl nicht erwähnen – und führte zu einigen Lachern.

Wieder festen Boden unter den Füssen, gestaltete sich der restliche Weg ziemlich einfach. Wir folgten nur wenige Minuten einem ausgetrampelten Pfad – und landeten direkt am Wasserfall. Die Strecke ist auch mit Flip-Flops gut machbar.

Was wir am Wasserfall vorgefunden haben

schöne Umgebung - Suoi da Ban Wasserfall Phu Quoc

Auch wenn der Wasserfall nicht spektakulär ist – die Umgebung macht das allemal wett

Wir besuchten den Wasserfall im Dezember. Dann ist auf Phu Quoc bereits Trockenzeit und die Tage vor unserem Ausflug strahlte die Sonne vom Himmel. Entsprechend wenig Wasser fanden wir vor.

Eigentlich würden wir die ganze Szenerie eher als kleinen Fluss- oder Bachlauf beschreiben denn als Wasserfall. Denn wenn Du einen spektakulären Wasserfall erwartest, wirst Du enttäuscht. Planst Du jedoch einen gemütlichen Tag am Wasser in wunderschöner Kulisse, ist der Suoi da Ban genau das Richtige.

Breite Kaskaden und ausgewaschene Steinformationen werden vom Grün des angrenzen Dschungels eingerahmt.

Immer wieder finden sich Vertiefungen, in denen sich das Wasser sammelt und die als natürliche Badebecken zu einer Erfrischung einladen.

Wieso Du nicht den erstbesten Platz wählen solltest

Doch wer den einfachsten Weg wählt, verpasst oft das Beste. Deswegen sind wir dem Wasserfall nach oben gefolgt. Dabei haben wir trockene Kaskaden passiert, sind durch Wasserbecken gelaufen, über Steine geklettert und haben uns durch den angrenzenden Dschungel gekämpft. Und wir wurden belohnt.

Umgebubg - Suoi da Ban Wasserfall Phu Quoc

Hinter jeder Ecke steckt eine neue kleine Idylle

Ziemlich weit oben entdeckten wir eine kleine Idylle, die ein Hollywood-Film nicht besser hätte inszenieren können. Wir fühlten uns in eine andere Welt versetzt.

Ein mittelgrosses Wasserbecken, eingebettet in sattgrüne Büsche und Bäume, dekoriert mit Natursteinen und Wasserpflanzen. Rund um uns herum absolute Ruhe, nur das Zirpen der Grillen war zu hören. Wir atmeten die frische Luft ein und genossen einfach nur den Moment.

Im glasklaren Wasser huschten kleine Schatten vorbei – und wir hatten bereits eine Vermutung, was das sein könnte… Also schnell die Schuhe ausgezogen und die heissgelaufenen Füsse ins kühle Nass gesteckt. Was für eine Wohltat. Und es dauerte keine Minute, bis sich der erste kleine Fisch an unseren Füssen zu schaffen machte. Es folgten immer mehr, und nach kurzer Zeit waren unsere Füsse kaum mehr zu sehen, so viele Fische wuselten um sie herum. Wir bekamen ein natürliches Fusspeeling. Eine etwas kitzlige, aber sehr angenehme Angelegenheit.

Kurz nachdem wir unsere Füsse wieder aus dem Wasser gezogen hatten, schwamm eine Schlange vom einen Ufer zum anderen…

Warum der Sonntag eine super Wahl war

Auf dem Weg zu unserer Idylle stiegen wir über die Kaskaden nach oben. Auf dem Weg trafen wir immer wieder auf kleine Gruppen, die am Flusslauf ihr Picknick genossen. Doch es waren nicht etwa Touristen. Fast ausschliesslich Einheimische verbrachten ihren Tag am Wasserfall, denn es war Sonntag.

Einheimische beim Sonntagsausflug - Suoi da Ban Wasserfall Phu Quoc

viele Einheimische verbingen den Sonntag am Wasserfall – und wir wurden sogar zu einem Bier eingeladen

Und wir waren einmal mehr begeistert über die Offenheit und die unglaubliche Freundlichkeit der Einheimischen. Kinder wie Erwachsene begrüssten uns lautstark und winkten uns zu, von allen Seiten hörten wir ein „hello“. Von einer Gruppe junger Vietnamesen wurden wir herbeigerufen. Unsere Kamera unter dem Arm, folgten wir der Aufforderung.

Sie fragten, ob wir von ihnen Fotos machten könnten. Natürlich stimmten wir lachend zu – und schon begann das Shooting. Den auf einem Stein schlafenden Freund sollten wir auch unbedingt auch fotografieren – er liess sich in seinem Nickerchen überhaupt nicht stören (da wir deshalb auch keine Einwilligung haben, findest Du hier kein Foto von ihm). Und dann wurden wir auch noch auf ein Bier eingeladen – was für eine Herzlichkeit!

Und auch den ominösen Koffer auf dem Roller haben wir wiedergefunden. Es war eine riesige Lautsprecherbox in Kofferform… Aber keine Angst, auch wenn die Lautstärke wirklich einige Grenzwerte überschritten hat, findest Du noch viele ruhige Plätze am Wasserfall. Denn die meisten Einheimischen suchten sich ihr Plätzchen am unteren Ende des Wasserfalls.

Wieso wir den Abstecher zum Ngoi Wasserfall dann doch haben sein lassen

Wie so oft, war unser Plan eigentlich ein anderer. Der Suoi da Ban fliesst in den Duong Dong See. Und eigentlich wollten wir dem Wasserfall nach unten bis zum See folgen, um dann dem Seeufer entlang bis zum Suoi da Ngoi Wasserfall zu wandern.

Wir versuchten unser Glück, doch schon nach kurzer Zeit stellten wir fest, dass sich dies schwieriger gestaltet als erwartet. Schnell wurde der Dschungel dichter, und plötzlich blieben wir ziemlich erschrocken stehen.

Suoi da Ban Wasserfall Phu Quoc - Spinne

Dieser Zeitgenosse sass genau auf Augenhöhe – Ron hätte ihn fast nicht gesehen

Vor uns bunt dekorierte Bäume, vom Boden bis auf Kopfhöhe waren die Büsche über und über mit Plastiktüten behangen. Und was nicht in den Ästen hing, lag am Boden. Einfach unglaublich, was wir Menschen unserer Natur antun.

Und während wir so da standen, unseren Schock verdauten und überlegten, ob wir uns wirklich durch den ganzen Müll kämpfen wollen, zwickte es plötzlich ziemlich arg am Bein. Und das gleich mehrfach. Wir standen wohl im Revier einer Ameisenkolonie – und wie es schien, waren sie darüber nicht sehr erfreut und bliesen zum Angriff. Die grossen roten Biester können ganz schön zubeissen. Das war unser Zeichen für den Rückzug. Wir schüttelten die restlichen Ameisen ab und machten uns auf den Rückweg. Was für ein Glück, dass Ron in der letzten Sekunde noch die grosse Spinne entdeckte, die genau auf Kopfhöhe ihr Netz aufgespannt hatte – wir sind an diesem Tag schon genug gebissen worden…

Doch auch wenn wir den Suoi da Ngoi nicht besuchen konnten, war es dennoch ein gelungener Tag. Sonst hätten wir die kleine Idylle am Suoi da Ban nämlich nicht gefunden.

Fazit zum Wasserfall

Suoi da Ban Wasserfall Phu Quoc - Fazit

Ein Besuch des Wasserfalls lohnt sich definitiv, wie die Bilder beweisen…

Der Suoi da Ban Wasserfall hat uns wirklich gut gefallen. Wir haben absichtlich eine Alterative zum bekannten Suoi da Tranh gewählt und sind glücklich darüber. Besonders die netten Kontakte mit den Einheimischen und die kleine Idylle haben uns den Tag versüsst.

Das Müllproblem weiter unten im Dschungel hat uns aber schon ziemlich ins Grübeln gebracht. Und auch auf dem Weg nach oben fanden wir im Dschungel immer wieder kleinere Haufen mit Unrat.

Aber wir glauben, dass das Problem durchaus bekannt ist. Denn als wir gegen Abend den Rückweg zu unserem Roller antraten, kam uns ein Einheimischer entgegen. Mit zwei riesigen Säcken sammelte er die Überreste der Picknickgäste ein.

Der Suoi da Ban ist ein wirklich lohnenswertes Ausflugsziel. Am besten bringst Du Dir ebenfalls einen Snack und ein paar Bier mit und setzt Dich an den Wasserfall. Und wenn Du dafür den Sonntag wählst, können einige nette Kontakte entstehen.

Impressionen von unserem Tag am Suoi Da Ban Wasserfall

 

Neben grossen Hotelkomplexen, Bars und vielen Touristen bietet Phu Quoc noch immer ruhige und schöne Flecken. Und genau ein solches haben wir am Suoi da Ban Wasserfall gefunden – man muss sich nur auf die Suche begeben…

Welchen Wasserfall hast Du auf Phu Quoc besucht und wie hat er Dir gefallen? Verbringst Du solche Tage lieber mit anderen Reisenden oder mit den Locals – und hast Du vielleicht sogar eine tolle Begegnung mit Einheimischen, von der Du erzählen möchtest? Poste Deine Antwort in die Kommentaren – wir freuen uns