Es gibt unzählige Gründe, warum Du besser zuhause bleiben solltest. Aber noch viele mehr, endlich Deinen Rucksack zu packen und loszuziehen.

Dass Dir ab und an Zweifel kommen – völlig normal.

Dass Freunde und Familie Einwände haben – logisch.

Während unserer Vorbereitungen hat sich hat sich eine ordentliche Anzahl von Gründen gegen eine Weltreise angehäuft. Hier kommen unsere Top 20 – und die entkräftenden Argumente gibt’s gleich dazu.

Aber ich kann doch nicht…

1. Und wenn es mir nicht gefällt und ich gar nicht der Weltreisetyp bin?

Na, dann kommst Du einfach wieder. Du hast ja nichts verloren. Denn der grösste Teil von Deinem Ersparten liegt noch auf der Bank. Und Du hast etwas Wichtiges über Dich selbst gelernt.

Auch für uns ist die Weltreise Neuland. Wenn wir es nicht ausprobieren, werden wir nie erfahren, wie es ist, um die Welt zu reisen. Und so machen wir uns die Reise, wie sie uns gefällt. Oder drehen einfach wieder um…

2. Eine Weltreise kann ich mir nicht leisten, ich bin nicht reich!

Willkommen im Club. Das sind die wenigsten Weltreisenden. Unser Lottogewinn vom letzten Jahr betrug satte 15 CHF. Naja, ein Versuch war’s wert. Das Bankkonto dümpelte um die Null herum und einen Autokredit hatten wir auch noch an der Backe. Trotzdem schreiben wir heute diese Zeilen und machen uns schon bald auf den Weg.

Wie? Dank unseren Spartipps für Deine Weltreise und einem eisernen Willen. Alles eine Frage der Prioritäten.

Und übrigens: eine Weltreise kostet kein Vermögen. Vermutlich sogar viel weniger, als Du Dir grad im Kopf ausmalst – erwischt, oder?

Wieviel genau, kannst Du mit Hilfe unseres Artikels zu den Weltreise Kosten und unseren eigenen Ausgaben herausfinden. An einem Reisekosten-Rechner arbeiten wir auch gerade – mit Hochdruck… schreibe Dich doch in den Newsletter ein und erfahre sofort, wenn er fertig ist!

3. Und wenn mir das Geld ausgeht?

Dann kommst Du eben auch wieder. Idealerweise merkst Du das, bevor Du den letzten Euro ausgegeben hast. Das sollte mit einem einigermassen vernünftigen Budget aber kein Problem sein.

4. Ich bin kein Organisationstalent…

Na und, andere auch nicht. Und die sind auch wieder zurückgekommen. Zumindest die meisten, die anderen haben sich wohl im Paradies niedergelassen…

Du kannst alles noch so genau durchorganisieren. Irgendwann kommt sowieso der Moment, wo irgendwas nicht funktioniert. Dann wird improvisiert, probiert und neu geplant. Vielleicht brauchst Du dann etwas länger oder machst einen Umweg. Das macht aber nix, Du hast ja Zeit.

Wir sind übrigens auch nicht grad das, was man als Organisationstalent bezeichnen würde. Auch wenn ich wahnsinnig gerne plane, endet es am Schluss doch meist chaotisch. Irgendwie bekomme ich es immer hin, alles über den Haufen zu werfen. Deswegen fängt Ron mit dem Planen erst gar nicht an. Notiz an mich: sollte ich auch mal probieren…

5. Mein Englisch ist nicht gut genug…

So ganz ohne Englisch würden wir auch nicht losziehen. Am Flughafen nach dem Gate Fragen oder was einkaufen können wäre schon eine gute Sache. Dein Englisch muss aber nicht perfekt sein.

Auch die anderen sprechen kein perfektes Englisch, sie vertuschen es nur besser. Sprachen lernst Du am besten, wenn Du sie sprichst. In wenigen Wochen Weltreise wirst Du Quantensprünge machen. Und falls mal gar nichts mehr geht, dann hast Du noch zwei Hände und Füsse…

Ich bin auch kein Sprachgenie, Zahlen mag ich lieber. Es kostet mich echt Überwindung, in einer fremden Sprache loszuquatschen. Ich habe Angst, dass es sich doof anhört. Tut es vermutlich auch. Trotzdem bin ich noch nie verhungert oder verloren gegangen. Wenn’s denn sein muss, dann klappt es immer irgendwie.

Backpacking Weltreise Gründe - Job & Altersvorsorge

Aber was ist mit Job und Altersvorsorge?

6. Soll ich wirklich meinen guten Job und das sichere Gehalt aufgeben?

Weltreise und Job schliessen sich nicht aus. Ist Dein Job wirklich so toll, dass Du bis zu Deinem Lebensende da arbeiten möchtest? Falls ja, dann sollte Dein Arbeitgeber wirklich dankbar sein, Dich zu haben. Und so ist dann vielleicht ein Sabbatical drin? Hier findest Du unsere Antworten, was genau ein Sabbatical ist und welche Möglichkeiten Du sonst noch hast

Falls Du sowieso unglücklich bist oder bald Ausschau nach einem neuen Job halten willst, dann ist der Wechsel der perfekte Zeitpunkt für Deine Weltreise.

Unsere Jobs sind bereits gekündigt. Wir wollen unbegrenzt unterwegs sein, die absolute Freiheit geniessen. Ein neuer Job wird sich bei der Rückkehr bestimmt finden – es muss zu Beginn ja nicht gleich der Traumjob sein.

7. Was, wenn ich arbeitslos zurückkomme?

Falls das mit dem Sabbatical nichts wird und Du wirklich die Kündigung schreibst, dann wirst Du wohl ohne Job, sprich arbeitslos, zurückkommen.

Das ist aber kein Weltuntergang. Es bedingt nur etwas mehr Planung.

Unser Weltreise-Budget beinhaltet eine Rückkehr-Reserve. Wieso? Weil wir keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Ob Dein Anspruch auch verfällt und Du Dein Budget aufstocken solltest? Die Antwort gibt es schon bald hier: Arbeitslosengeld nach der Rückkehr

Und warum nicht schon von unterwegs Bewerbungen versenden? Ein Vorstellungsgespräch kann auch via Skype geführt werden. Natürlich ist nicht jeder Arbeitgeber dafür zu haben, aber es kann klappen. Wie Du Deine Weltreise im Bewerbungsschreiben am besten verkaufst? Wir sammeln gerade einige Beispiele…

8. Aber dann habe ich ja eine Lücke im Lebenslauf!

Au ja, und was für eine! Die geilste Lücke überhaupt…

Das kannst Du dem nächsten Arbeitgeber natürlich so nicht sagen… deswegen hier die Arbeitgeber-taugliche Variante:

Das ist doch keine Lücke, das ist eine Fortbildung. Eine Investition in Dich und das Leben.

Du wirst Dein Englisch aufbessern oder eine weitere Sprache lernen. Du wirst von Deiner Reise eine grosse Portion Flexibilität, Toleranz, Selbstständigkeit, Improvisations- und Organisationstalent mitbringen. Also all die tollen Eigenschaften, die immer in den Stelleninseraten stehen.

Du hast Dich in einem fremden Land durchgeschlagen, hast Lösungen gesucht, wenn mal nicht alles nach Plan lief und bist daran gewachsen. Wer kann das schon von sich behaupten?

9. Und was passiert mit meiner Altersvorsorge? Habe ich dann etwa eine Beitragslücke?

Damit passiert weniger als Du denkst. Du stoppst oder reduzierst Deine Einzahlungen und gleichst die Fehlbeträge nach Deiner Rückkehr wieder aus. Und das Beste daran – so sparst Du auch noch Steuern. Cool oder?

Bei der AHV kannst Du den Mindestbetrag einzahlen. Das kostet im Jahr nur wenige hundert Franken und Du hast im Alter keine Beitragslücke. Machen wir natürlich auch.

Bei der Pensionskasse und der Säule 3a kannst Du nach Deiner Reise Zusatzbeiträge leisten um Dein Sparguthaben zu erhöhen. Ob Du während Deine Reise die Zahlungen der Säule 3a komplett stoppen kannst, hängt von Deiner Sparlösung ab.

Alle Details zu den Steuervorteilen, wie Du Dich bei der AHV anmeldest und worauf Du bei der Säule 3a achten solltest – haben wir grad alles durch und werden es für Dich zusammenfassen. Der Artikel folgt demnächst.

Weltreise Gründe - Sicherheit

Aber, was ist mit der Sicherheit?

10. Soll ich wirklich meine schöne Wohnung aufgeben?

Wohnungen gibt es wie Sand am Meer. Falls Deine aber wirklich speziell toll ist und Du sie nicht aufgeben willst, kannst sie für die Zeit Deiner Weltreise auch untervermieten. Oder Du kannst geliebte Möbel und Haushaltsgegenstände einlagern und nach Deiner Rückkehr eine neue Wohnung damit gestalten.

Ob Du während der die Weltreise untervermieten darfst und welche Vor- und Nachteile sich daraus ergeben – wir haben Dir die Infos zusammengetragen.

Unsere Wohnung ist gekündigt, die Möbel sind weg. Wieso wir uns genau dafür entschieden haben? Wir wollten die absolute Freiheit…

11. Aber dann bin ich ja gar nicht mehr versichert…

Doch, bist Du. Zumindest wenn Du Deine Reise schlau geplant hast. Dann bist Du sogar top versichert. Wir haben für uns die beste Krankenversicherung der Welt gefunden – sie ist weit mehr als nur eine Krankenversicherung…

Wenn Du Dich in der Schweiz nicht abmeldest, behältst Du Deine Krankenkasse – ob Du willst oder nicht. Und doch brauchst Du fast zwingend eine Reise-Zusatzversicherung.

Ob Du aber nach Deiner Abmeldung die Krankenkasse kündigen kannst oder nicht – eine Frage, die uns und viele andere an den Rand der Verzweiflung brachte…

Deswegen folgen schon bald all unsere Erkenntnisse auf einen Blick – und ein ausgiebiger Vergleich der besten Krankenversicherungen gibt’s als Bonus gleich dazu…

12. Und wenn ich krank werde oder mich verletze?

Ja, auch am anderen Ende der Welt gibt es Krankenhäuser. Wirklich!

In grösseren Städten gibt es meist spezielle international Hospitals mit guter Infrastruktur und englischsprachigen Ärzten. Und falls Du mal irgendwo im Nirgendwo sitzt oder es wirklich ernst ist, dann holt Dich eine gute Krankenversicherung auch zurück.

Wo wir wieder beim Thema wären, warum Du um eine gute Krankenversicherung nicht herumkommst…

13. Was, wenn ich bestohlen werde und nichts mehr habe?

Nichts ist unersetzlich. Falls doch, dann lass es zuhause. Pass, Gepäck und Wertgegenstände können ersetzt werden, es sind nur Dinge. Hauptsache, es geht Dir gut.

Und falls Du eine gute Versicherung hast, dann ist auch der Schaden gedeckt und der Ärger schnell verflogen. Hier möchten wir nochmals auf unsere liebste Krankenversicherung (Punkt 11) hinweisen, denn spätestens jetzt wird klar, dass sie weit mehr ist als das…

14. So eine Weltreise ist doch gefährlich…

Vermutlich ja, passieren kann Dir überall etwas. Aber ob es wirklich gefährlicher ist, am Strand zu entspannen oder morgens über die stark befahrene Strasse zu rennen, das Handy vor dem Gesicht, um bloss noch den Bus zu erwischen und nicht zu spät zur Arbeit zu kommen. Hmm…

Nein im Ernst, das ist blauäugig. Aber würdest Du während einem zweiwöchigen Urlaub in ein Krisengebiet reisen? Nein? Wieso zum Teufel solltest Du das dann auf Deiner Weltreise tun?

Du bestimmst die Route. Informiere Dich über die Sicherheitslage vor Ort und plane notfalls um. Halte Dich an die Vorsichtsmassnahmen, die Dir empfohlen werden. Denn Du beeinflusst Deine Sicherheit weitgehend selbst.

Backpacking Weltreise Gründe - Freunde und Familie

Aber die Familie und die Freunde…

15. Was werden meine Familie, die Freunde und der Arbeitgeber sagen?

Echt jetzt? Sie werden sich für Dich freuen, Du wirst auf völliges Unverständnis treffen und einige werden Dich für verrückt erklären. Mit Sicherheit bekommst Du die ganze Bandbreite zu hören…

Aber es ist Dein Traum, Dein Leben. Nicht jeder muss Dich verstehen. Denn hätten wir alle die gleichen Träume, dann wäre die Welt doch ziemlich langweilig, oder?

Wir haben fast nur positives Feedback bekommen, fast alle haben sich für uns gefreut. Auch wenn sie es vielleicht nicht so richtig nachvollziehen können, wieso wir das einfach tun müssen…

16. Wenn ich zurückkomme, habe ich keinen Freundeskreis mehr!

Gute Freunde bleiben ein Leben lang. Egal wie gross die Distanz ist oder wie lange ihr euch nicht seht. Aber Du musst die Freundschaften auch unterwegs pflegen. Und das war nie so einfach wie heute.

Die 80er-Jahre sind vorbei, in denen Weltreisende wochenlang nach einem Telefonanschluss gesucht haben und ein 5-Minuten-Anruf ein riesiges Loch in die Reisekasse gerissen hat.

Willkommen im Zeitalter von Social Media und Skype. Mit der heutigen Technik bist Du nie weit weg, sogar wenn Du am anderen Ende der Welt an Deiner Kokosnuss nippst.

17. Ich werde Heimweh haben…

Vermutlich. Irgendwann wird sich wohl jeder auf der Reise einmal nach zuhause sehnen.

Nach den Freunden, der Familie und dem eigenen Bett.

Und wir nach Schweizer Käse! Werden wir den vermissen… Aber das geht vorbei, wenn Du den nächsten schönen Ort entdeckst, liebe Menschen kennenlernst und einmal mehr den allerbesten Tag Deiner Weltreise erlebst.

18. Was mache ich denn mit meinem Haustier?

Ja, auch das Haustier gehört zur Familie. Und je nachdem, was für eine Reise Du planst, kann Dein Haustier ja mit. Bei einem Roadtrip wird Dein Hund mindestens so viel Freude haben wie Du. Den ganzen Tag um Dich herumwedeln, lange Spaziergänge und täglich von Neuem herausfinden, dass Salzwasser einfach grässlich schmeckt.

Dass es aber auch grösser geht, zeigt Sven Rocksloh mit seinem Hund. Er schreibt auf dem Fernsuchtblog über eine Weltreise mit Hund – von Europa bis nach Südostasien. Mit etwas mehr Organisation ist das also durchaus möglich.

Als letzte Option findest Du bestimmt einen tollen Tiersitter für die Zeit. Frage Freunde, Familie oder allenfalls eine Tierpension, ob sie für die Zeit auf Deinen Liebling aufpassen können. Denn nur, wenn Du ihn gut versorgt weisst, kannst Du Deine Reise auch in vollen Zügen geniessen.

19. Ich habe einen Partner, der nicht mit auf die Weltreise möchte…

So, nun haben wir den Salat. Das ist wirklich nicht die einfachste Situation.

Aber vielleicht hat Dein Partner Bedenken, hat sich noch nicht genug mit dem Thema auseinandergesetzt und Du kannst ihn mit Deiner Begeisterung anstecken.

Nein?

Dann findet eine Lösung, die für beide passt. Vielleicht geht ihr erst gemeinsam auf ein oder zwei kurze Reisen. Oder ihr macht einen Kompromiss und macht eine etwas längere aber nicht ganz so lange Reise. Oder Du gehst für eine bestimmte Zeit alleine.

20. Aber ich habe keinen Reisepartner…

Natürlich ist es schön, zu zweit zu reisen. Aber ein zwingendes Kriterium ist es nicht. Einige Weltreisende sind sogar überzeugte Alleinreisende, zum Beispiel Conni von Planet Backpack, die auch gleich einige Tipps auf Lager hat.

Der Grund? Du bist viel freier, brauchst auf niemanden Rücksicht nehmen und kannst tun und lassen, wonach Dir ist. Ohne Kompromisse.

Du wirst unterwegs so viele Gleichgesinnte treffen, dass Du vermutlich froh bist, wenn Du zwischendrin mal Deine Ruhe hast. Alle die Du triffst sind auch Reise-Verrückte. Ihr habt den gleichen Traum und unzählige Abenteuer und Tipps auszutauschen.

Eines Abends wirst Du mit einer Reisebekanntschaft stundenlang Erlebnisse austauschen. Bis der Barkeeper euch darauf hinweist, dass es bereits tiefste Nacht ist und er Euren Plausch jetzt beenden wird – er möchte nämlich endlich schlafen gehen…

Du bist eher introvertiert? Auch als introvertierte Person kannst Du gut alleine reisen. Das sagt zumindest Patrick Hundt von 101places, der ebenfalls oft alleine unterwegs ist. Er hat seine Gedanken in diesem Blogpost geteilt: Geständnisse eines introvertierten Reisenden.

 

Aber…

Ja, vermutlich hat jeder Angst, Bedenken und Einwände, die er erst überwinden muss. Aber vermutlich wirst Du in einigen Monaten lauthals über Deine eigenen Bedenken lachen. Bei einem Bier unter Palmen…

Und wenn doch was schiefgeht, dann lerne daraus, lache darüber und mache es nächstes Mal besser. Oder auch nicht :-)

 

Was macht Dir am meisten Angst und wie gehst Du damit um? Oder hattest Du gar keine Bedenken? Poste es in den Kommentaren und mach auch anderen damit Mut!