Du magst Deine Wohnung und fühlst Dich darin wohl. Was jetzt? Wie weiter während der Weltreise? Soll ich wirklich die Wohnung kündigen? Was mache ich dann mit den Möbeln? Oder soll ich für die Dauer der Weltreise meine Wohnung doch untervermieten? Darf ich das überhaupt?

Und wieso soll ich das jetzt schon entscheiden? Ganz einfach – die Miete ist nicht billig. Was mit Deiner Wohnung passiert, beeinflusst Deine Budgetplanung erheblich.

Jede Lösung hat Vor- und Nachteile, logisch oder? Welche Lösung die beste ist, hängt von Deiner Reisedauer und dem Wert Deiner Möbel ab. Und wo Du bereit bist, Abstriche zu machen. Wir haben die Möglichkeiten für uns abgewogen. Zu welchem Entschluss wir gekommen sind? Lies weiter…

Du hast gar keine eigene Wohnung? Na dann, Problem gelöst. Ab zum nächsten Schritt Deiner Weltreise Planung

Ich behalte die Wohnung – ein Untermieter? Kommt nicht in die Tüte!

Für Weltreise Wohnung nicht untervermieten

Die Wohnung ohne Untermieter zu behalten ist defintiv die teuerste Lösung

Perfekt für: kürzere Reisen

Definitiv die teuerste Variante, da Du die gesamten Kosten während der Weltreise weiterzahlen musst. Aber wir verstehen Dich, denn schliesslich ist Deine Wohnung Dein privates Reich und es braucht Überwindung, einen Fremden darin wohnen zu lassen. Die folgenden Vor- und Nachteile hast Du, wenn Du für die Weltreise Deine Wohnung nicht untervermieten willst:

Vorteile:

  • Du hast definitiv keinen Stress mit dem Untermieter
  • Die Wohnung ist bei Deiner Rückkehr so, wie Du sie verlassen hast
  • Du musst nicht bei jemandem unterkommen, wenn Du heimkommst, sondern sinkst in Dein eigenes Bett
  • Du behältst Deine Adresse und somit entfällt einiges an administrativem Kram

Nachteile

  • Die teuerste Variante – Du musst länger für Deine Reise sparen. Du zahlst die Miete, Billag (Schweizer GEZ) und Hausratversicherung weiter.

Nur ein Nachteil, der belastet Dein Budget aber erheblich. Ob sich das wirklich lohnt, hängt von den monatlichen Mietkosten ab. Und ob es Dir wert ist, dafür fast doppelt so lange zu sparen.

Bei Mietkosten von 1’500 CHF und einem Weltreisebudget von 50 CHF pro Tag kostet Deine Wohnung nämlich etwa gleich viel wie die Reise selbst. Die Entscheidung ist also – 6 Monate reisen und die Wohnung behalten oder 1 Jahr Weltreise ohne Wohnung.

Für die Weltreise die Wohnung untervermieten – die eierlegende Wollmilchsau, oder etwa doch nicht?

Weltreise Wohnung untervermieten - persönliche Sachen

Auch wenn Du die Wohnung untervermietes, brauchst Du einen Lagerplatz für Deine persönlichen Sachen

Perfekt für: flexible, unkomplizierte Weltenbummler

Falls Du Dich entscheidest, die Wohnung während der Weltreise unterzuvermieten, bekommst Du den grössten Teil der Mietkosten zurück. Cool, oder? Und vielleicht hast Du ja Glück und ein Bekannter oder Verwandter sucht grad eine Bleibe für diese Zeit. Das wäre natürlich die eleganteste Lösung.

Vorteile:

  • Du hast Deine Wohnung – und das Geld. Perfekt, die eierlegende Wollmilchsau quasi.
  • Du hast bei der Rückkehr sofort eine Wohnung – die lästige Suche nach einer neuen Bleibe entfällt.
  • Schon in der ersten Nacht zuhause schläfst Du in Deinem eigenen Bett. Eine schöne Vorstellung nach Monaten in fremden Betten.
  • Du behältst Deine Adresse und möglicherweise kann Dein Untermieter Deine Post regeln
  • Es kümmert sich jemand um Deine Wohnung, Deine Pflanzen, vielleicht sogar um Dein Haustier – zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen

Nachteile:

  • Du musst erst mal einen Untermieter finden
  • Je länger Deine Reise dauert, desto grösser ist das Risiko, dass der Untermieter kündigt. Dann musst Du Dich von unterwegs um einen neuen kümmern. Oder Deine Eltern oder Freunde darum bitten.
  • Du brauchst ein finanzielles Polster – falls Du keinen Untermieter findest, er nicht zahlt oder vorzeitig kündigt und Du nicht gleich einen neuen findest. Das erschwert die Budgetplanung.
  • Möglicherweise ist bei Deiner Rückkehr was kaputt, das Sofa fleckig oder die Wohnung wurde nicht sauber hinterlassen
  • Du haftest gegenüber dem Vermieter vollumfänglich – auch für den Untermieter
  • Möglicherweise liegen Deine Mieteinnahmen unter Deinen Kosten, da Du die Wohnung sonst nicht vermietet bekommst.

Und dann ist da noch die Sache mit den persönlichen Dingen. Also Deinen Dokumenten, Lieblingsstücken und Klamotten. Denn vermutlich hat der Untermieter auch welche – und die möchte er gerne im Schrank verstauen.

Somit brauchst Du trotz Wohnung ein Zwischenlager. Entweder hast Du ein freies Zimmer, dass Du dafür benutzen kannst. Oder Deine Eltern lagern die Dinge für die Zeit. Ansonsten müsstest Du wohl einen kleinen Lagerraum mieten, was aber wieder mit Kosten verbunden wäre.

Ob diese Lösung wirklich die eierlegende Wollmilchsau ist? Bei einem zuverlässigen Untermieter würden wir sagen – Ja.

Untervermietung, darf ich das überhaupt? Das musst Du wissen

Die Untervermietung ist gesetzlich geregelt (gilt nur für die Schweiz). Und zwar so:

Untervermieten, darf ich das überhaupt oder brauche ich die Einwilligung des Vermieters? Grundsätzlich darfst Du Deine Wohnung untervermieten. Dein Vermieter kann das nicht vertraglich ausschliessen und darf eine Untervermietung nur unter bestimmten Bedingungen verweigern. Zum Beispiel, wenn der Zweck ein anderer wäre. Aber informieren musst Du ihn über den Untermieter.

Wer haftet eigentlich, ich oder der Untermieter? Auch wenn Du untervermietest, bleibst Du Hauptmieter. Und somit gegenüber dem Vermieter haftbar. Falls Du den Mietzins vom Untermieter nicht erhältst, musst Du die Miete trotzdem bezahlen. Auch für Schäden bist Du haftbar.

Welchen Preis kann ich für die untervermietete Wohnung verlangen? Du darfst keinen Gewinn aus der Untervermietung ziehen. Du darfst maximal Deine Kosten decken. Gewinn erzielen darf nur der Eigentümer.

Diese Kosten darfst Du im Mietpreis berücksichtigen:

  • Monatliche Miete inklusive Nebenkosten
  • Kleine Pauschale für die Nutzung der Möbel
  • Anteil für Strom und Wasser
  • Anteil an den Gebühren für Telefon, Internet und andere Annehmlichkeiten

Natürlich solltest Du den Mietpreis so verhandeln, dass Du die Wohnung auch vermietet bekommst. In grösseren Städten wie Zürich oder nahe einer Uni ist das mit Sicherheit einfacher als irgendwo im Nirgendwo. Passe den Preis entsprechend an, falls du keinen Untermieter findest. Denn besser 50% der Kosten gedeckt, als alles selbst zu bezahlen.

UMS bietet viele detaillierte Infos für die Untervermietung, zum Beispiel auch einen Merkzettel inklusive Untermietvertrag zum Download. Und Du kannst auf dieser Seite auch gleich auch Deinen Untermieter suchen: https://www.ums.ch/infos-anbieter/

Wohnung auflösen – das endgültige Aus für Deine Möbel?

Weltreise Wohnung untervermieten - Alternative Self Storage

Falls Du die Wohnung auflöst sind Deine Habseligkeiten während der Weltreise in Self Storage Boxen gut aufgehoben

Perfekt für: Sparfüchse, lange Weltreisen

Ob es sich lohnt, Deine Wohnung aufzugeben? Das kommt vor allem auf die Länge Deiner Reise an. Und auf Deine Mietkosten und Dein Sparkonto, zumindest wenn Du keinen Untermieter findest oder haben möchtest.

Bei Mietkosten von 1’500 CHF würdest Du für ein Jahr 18’000 CHF für Deine Wohnung ausgeben. Puh, ganz schön viel…

Vergiss beim Abwägen aber nicht, dass auch eine Wohnungsauflösung (und der Neueinzug) Geld kosten. Die sind bei kurzen Reisen möglicherweise fast so hoch wie die Einsparung. Da wären dann Kosten für:

  • Die Entsorgung der Möbel
  • Ein Lieferwagen für den Transport
  • Das Essen und die Getränke für die Helfer
  • Selbstbehalt für Schäden an der Wohnung bei der Übergabe
  • Eine möglicherweise höhere Kaution
  • Die Anschaffung von Dingen für die neue Wohnung, denn irgendwas brauchst Du immer. Die Vorhänge passen nicht, das Sofa ist zu gross…
  • Das Umschreiben von Ausweisen und Dokumenten (Fahrzeugschein oder ähnliches)
  • Die Postweiterleitung
  • Den Betreibungsregisterauszug
  • Den Lagerplatz für Deine Sachen

Vorteile

  • Du sparst richtig viel Kohle!
  • Reise spontan verlängern – kein Problem
  • Du kannst Dich in der Schweiz abmelden und somit nochmals sparen. Denn wer eine Wohnung in der Schweiz hat, hat in der Regel auch noch seinen Lebensmittelpunkt hier

Nachteile

  • Bei der Rückkehr musst Du Dich um eine neue Wohnung kümmern
  • Falls Du auch Deinen Job aufgibst, wird der zukünftige Vermieter eher auf einen anderen Bewerber ausweichen
  • Die ersten Tage wirst Du bei jemandem unterkommen müssen
  • Du brauchst eine alternative Postadresse und musst die Adressänderung überall melden (oder eine kostenpflichtige Weiterleitung bei der Post einrichten)
  • Du brauchst eine Lösung für Dein Hab und Gut

Die Lagerbox – das neue Zuhause für dein Hab und Gut

Auch wenn Du alle Möbel entsorgst, einige Dinge wirst Du nicht wegwerfen. Zum Beispiel Erinnerungsstücke oder Dokumente wie Arbeitszeugnisse. Die brauchen ein neues Zuhause. Falls Du alles bei Deiner Familie oder Freunden unterbringen kannst, perfekt. Ansonsten gibt es noch Lagerboxen.

Die sind zwar nicht ganz billig, aber allemal kostengünstiger als Deine Wohnung. Solche Lagerboxen findest Du bei vielen Umzugsunternehmen. Die beste Lösung – Self-Storage. Da hast Du eine private Box zum Abschliessen und kannst innerhalb der meist grosszügigen Öffnungszeiten an Deine Sachen, ohne vorher einen Termin zu vereinbaren.

Aber wie gross sollte denn so ein Lagerraum sein? Die verschiedenen Online-Rechner empfehlen für eine 3.5 Zimmer Wohnung mit rund 80 Quadratmetern ein Abteil etwa 10 Quadratmeter Fläche. Die Preise dafür bewegen sich in der Regel um 150 – 300 CHF und sind abhängig vom Standort des Lagers.

Wieso nicht ein Bastelraum oder eine Garage, das ist doch günstiger? Jep, ist es. Aber meistens sind diese Räume schlecht gelüftet, im Winter kalt oder sogar feucht. Und wenn Du nun Deine Sachen da ein ganzes Jahr oder noch länger vor sich hingammeln lässt, freut sich der Schimmel. Und so viel günstiger ist das nun auch nicht, dass sich das Risiko lohnen würde.

Und ihr so? Was wir mit unserer Wohnung angestellt haben

Weltreise Wohnung untervermieten - Alternative auflösem

Für uns war die Wohnungsauflösung die beste Lösung – aus Kostengründen mussten die meisten Möbel dran glauben

Weltreisedauer über zwei Jahre, Mietkosten 1’500 CHF pro Monat. Ergibt nach Adam Riese 36’000 CHF. Oder 24 Weltreisemonate. Dass wir da nicht lange überlegen mussten, ist klar, oder? Die Wohnung muss weg!

Perfekt, dass wir für die letzten 18 Monate gleich noch eine befristete Wohnung gefunden haben. Wegen bevorstehender Komplettsanierung mit Kündigung aller Mieter zum Schnäppchenpreis. Also sind wir vor der Weltreise einfach nochmals umgezogen. Deswegen kam auch kein Untermieter in Frage. Und weil es uns einfach zu unsicher war für diese lange Dauer.

Aber die Möbel? Die Frage kam natürlich direkt um die Ecke.

Unser Blick schweifte durch die Wohnung. Wir waren wohl doch öfter bei IKEA als gedacht. Drei Umzüge und fast 10 Jahre später steht das TV-Möbel auf bedenklich wackligen Beinen und das Regal hat ziemliche Schieflage. Und wer schon mal versucht hat, ein altes IKEA-Möbel auseinander und wieder zusammen zu bauen, der weiss – ist nicht!

Bei monatlichen Lagerbox-Kosten von 250 CHF wären das 6’000 CHF für zwei Jahre. Falls wir nicht doch länger unterwegs sind. Ob die Sachen überhaupt so teuer waren? Vermutlich nicht…

Und trotzdem haben wir uns einen Lagerraum gemietet. Ja was denn jetzt?

Naja, so ein paar persönliche Dinge, der Fernseher und einige Klamotten kamen da rein. Und ein paar Küchenutensilien. Solche Dinge, die wenig Platz brauchen aber jeder Haushalt braucht. So sparen wir bei der Rückkehr einiges an Geld.

Daher haben wir alles verkauft, was noch gut war, kostenlos abgegeben was nicht mehr schön war und entsorgt, was nicht mal kostenlos einer wollte. Wie das so lief? Unser Fazit zum Internet-Verkauf vor der Weltreise kannst Du hier nachlesen…

Unsere kleine private Lagerbox umfasst nun rund 5 Quadratmeter und ist bis zum Anschlag voll. Möbel sind aber keine drin. Dank der langen Mietdauer und mit etwas Hartnäckigkeit konnten wir noch einen ordentlichen Rabatt herausschlagen. Somit bezahlen wir nun für unsere Lagerbox ewas mehr als 70 Franken.

Impressionen unserer Wohnungsauflösung

 

Wie bei den meisten Vorbereitungstipps ist die beste Lösung abhängig von Deiner aktuellen Situation. Ob Du nun Deine Wohnung behältst, für die Dauer Deine Weltreise untervermieten kannst oder einfach alles verkaufst – wichtig ist, dass Du dies bei der Planung Deiner Weltreise-Kosten auch berücksichtigst.

 

Kommt für Dich ein Untermieter in Frage? Und wenn nicht – für welche Lösung hast Du Dich entschieden und weshalb? Poste es in den Kommentaren, wir sind gespannt…